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Schau mal, wer da hämmert!

Bevor es an den Action Kracher des Jahres names “Avengers” geht, wollen auch die Einzelvorstellungen der Protagonisten gesehen werden. “Iron Man” in zwei Teilen liegt schon seit geraumer Zeit gesehen und für gut befunden in der Kommode der Silberscheiben. Dann kam letzte Woche an einem Abend der Donnergott zum Zug: Thor!

Siehe da, ein großer, blonder Hüne nebst dunklehaarigem kleinen Brüderlein als Söhne des Odin in der mythischen Hauptstadt der Germanen, in Asgard, am Beginn gezeigt als Kinder, von denen bereits im Vorschulalter der Thor nach Krieg und Vernichtung fragt und sich freut, dass Papa einst die Eisriesen niederrang. Cut und ca. 20 Jahre später hat sich an dem Bild kaum etwas geändert: Der Blonde mit dem grossen Schuh, ähm dem großem Hammer  zieht los, um die Vernichtung der Eisriesen einzuläuten, nachdem zwei von ebendiesen in der Stadt der Asen gesehen wurden. Odin ist das gar nicht so recht und er verbannt den Thronfolger auf die Erde und sinkt alsbald in einem Götterschlummer, was Loki zum Anlass nimmt, sich die Krone aufzusetzen und ein bisschen herum zu mauscheln und meucheln.

Thor landet auf der Erde und los geht’s mit der klassischen Superhelden Geschichte: Unheil will gut gemacht werden, die Rückkehr soll möglich sein, eine Frau taucht auf und klaut ein Herz. Nix Neues im Westen also, ausser dass das F.B.I. nun S.H.I.E.L.D. heisst und nicht all zu grob sein darf, da ja der Thor irgendwann mit ihnen bei den Rächern mitspielen will. Was solls, wer einen tiefschürfenden existenzialistischen SchwarzWeiss Film erwartet hat, ist auf jeden Fall falsch: denn schon die Vorlage ist kein Satre sondern ein buntes kleines Heftchen, vor dem uns unsere Eltern immer gewarnt haben (was die Sache natürlich noch interessanter machte).

Dennoch muss ich sagen, Hut ab: Klischee mal hin und her, aber ganz gut gemacht, einen Weg gefunden, die Regenbogenbrücke und ein wenig Mythologie mit Wissenschaft zu verknüpfen, die Asen als Ausserirdische zu zeigen und dennoch wie vertraut auf Erden wandeln zu lassen, schafft ein recht stimmiges Bild ohne zu gravierende Fehler. Die Besetzung ist ebenso ok, niemand der mit schauspielerischer Glanzleistung alle anderen übertrumpfen würde, zeigt jedoch die Hauptfigur als entwicklungsfähig und damit in weiterer Folge ausbaubar. Die CGI Welt von Asgard, nun, sie mag nicht jedermanns Sache sein, ich selbst fand es auch nicht unpassend. Ein wenig zu klinischer Art Deco aber das hätte viel schlimmer enden können.

Fazit: “Thor” tritt in die Tradition der letzten Marvel Verfilmungen mit viel Bombast und Klischee, ohne jedoch zumindest ein Augenzwinkern dabei zu verkneifen, welches dann der Schwere des Donners einiges wieder abnimmt. Bei weitem nicht so düster wie Nolan’s Batman Trilogie (ah, der nächste Trailer ist schon online), nicht so Waffenporno wie “Iron Man” kommt der Film ohne weiteres an die besseren Comicverfilmungen der letzen Jahre heran. Mal sehen, wie dann der zweite Teil nach den “Avengers” werden wird. Angekündigt ist er ja schon.

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Eine neue Welt

Eine neue Welt entdeckt man nicht jeden Tag, aber gestern geschah es wieder ein mal: Der Weg in die Villa Fantastica öffnete Türen zu Büchern und Menschen.

Ausgangspunkt war die monatliche Rundschau an SciFi und Fantasy Büchern im Standard, die ich regelmäßig lese und mit den Empfehlungen meinen Amazon Wunschzettel anreichere. Auf der Übersichtsseite ist eine Villa angeführt, die sich in Wien befindet. Auf deren Webpräsenz bitten die Betreiber um Unterstützung auch in Form von Buchspenden, was mich wiederrum an einen Stapel an Bücherkartons auf einem Dachboden im Ort meiner Eltern denken liess. Denn bevor diese da ungelesen verstauben, sollen sie doch in Regalen stehen und dem einen oder anderen Lesern eine Freude machen. Sollte ich selbst wieder eines dieser gedruckten Werke in Händen halten wollen, ist ein Besuch der Bibliothek ja kein Problem.

Also mal eine Mail an die eMailadresse geschickt und sofort eine freundliche Antwort erhalten. Nebst einer Einladung, mal vorbei zu kommen. Und dem Gefühl, herzlich willkommen zu sein.

Vor einigen Tagen war es dann soweit, ich stöberte durch Kartons von LCD Monitoren und Umzugsschachteln und räumte mal alles aus, was nicht zum Bereich SciFi und Fantasy gehört. Alles andere wurde gleich wieder eingemottet, die Beschriftungen “Star Wars Bücher” und “Star Treck” erleichterten die Suche und landeten ungeschaut im Auto.

Gestern brachen wir dann Richtung Wien auf und ein Handy mit Navi Funktion wies uns den Weg in die Eitelbergergasse. Auch hier ein herzliches Willkommen von Werner und Robert, die uns gleich beim Tragen unterstützen und die Bücherkartons im Souterrain ablegten. Die Führung brachte erstaunliche Einblicke: tausende Werke der fantastischen Literatur lagern in Regalwänden, geordnet, behütet und beschützt. Englische Magazine, Romane und eine riesige Auswahl an deutschsprachigen Werken warten auf ihre Entdeckung im Keller. Die Abteilung der Magazine füllt einen extra Raum, in Ordnern einsortiert und chronologisch penibel aufgestellt. Wow – welch Arbeit, Liebe und Begeisterung hier spürbar ist, welche Schätze hier verborgen sind und welche Pläne in Zukunft noch auf diese Villa warten.

Ich komm ganz sicher wieder, ziehe meinen Hut bereits jetzt vor der großartigen Leistung aller Beteiligten und bin froh, dass dieser Bereich der Kultur in Wien einen würdigen Raum gefunden hat.

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All or Nothing

Im Zuge von ACTA, SOAP etc. mehren sich die offenen Briefe der unterschiedlichen Gruppen und Interessensvertretungen zum Thema “Urheberrecht” und Vermarktung von kreativen Inhalten im digitalen Umfeld. Grundsätzlich stehe ich auf dem Standpunkte, dass ich bezahle, was mir das Gekaufte wert ist. So lasse ich Filme und Spiele oftmals ein paar Monate links liegen, auch wenn ich mich bei der Release freue, um dann den Preis zu zahlen, den ich für ok erachte. Beispiel? “X Men – Erste Entscheidung”, von Kritikern und Publikum hochgelobt, die DVD um 20€? No way, schon wenige Wochen später um 15,- dann um 13,– und dann jetzt (nicht mal ein Jahr nach dem Kinostart) um 10,– – klarer Fall von Pflichtkauf.

Klar gibt es auch digitale Editionen (z.B. iTunes) aber tatsächlich ist mir der Kauf eines physischen Mediums lieber. Die DVD kann ich auch nach 3 Jahren nochmals ansehen, bei einem Stream ist diese Sicherheit nicht gegeben. Das ärgert mich, wenn ich eine Scheibe kaufe und dabei einen Code für einen Download oder Stream finde, denn dort findet sich bereits jetzt schon ein Ablaufdatum, ab wann der Inhalt (für den ich doch bezahlt habe) nicht mehr verfügbar sein wird. Dieses “Nutzungsrecht” möchte ich gar nicht wahrnehmen. Genau aus diesem Grund besitze ich auch keinen Kindle oder ein ähnliches Gerät. Ein Buch auf Zeit zu kaufen und sich niemals sicher sein zu können, ob es morgen noch zum durchblättern zur Verfügung steht? Nein, danke – diese Revolution findet ohne mich statt. Umso mehr verwundert mich die Dreistigkeit von Händlern wie amazon.com diesen beschränkten Erwerb noch um teureres Geld anzubieten, als das gedruckte Werk.

Aus ähnlichen Gründen wie beschrieben, läuft auch auf meinem Rechner ein bittorrent Client. Spiele, die ich teilweise bereits 2 oder mehrmals gekauft habe (Originalspiel, Download Version und Heftbeigabe), funktionieren manchmal nicht mehr. Entweder die DVD ist abgängig (aber die Hülle mit Registrierungskey liegt vor) oder der Download ist nicht mehr (yahoo games, anyone?) oder die DVD wird vom Gerät nicht mehr erkannt (NfS Underground Teil 1). Da hilft dann ein beherzter Griff in die Untiefen des Netzes und meine “Privatkopie” ist wieder hergestellt. Sorry, liebe Spieleindustrie, das kann gar nix. Plattformen wie “Steam” machen das nicht unbedingt besser, denn bist du nicht online, kannst du nicht spielen (zumindest die Teile, die eine Verifizierung bei jedem Spielstart antriggern). Da bleib ich doch lieber bei der Unterstützung von Kickstarter Projekten, die einen digitalen oder physischen Zugang erlauben.

Ein weiterer Puzzlestein in den Mühlen der Contend Industrie Diskussionen sind die Filme und Übertragungen der Bezahlsender. Hier vermisse ich die Flexibilität und die Kundenfreundlichkeit, sich bestimmte Teile anzusehen und andere nicht. Sportpaket, Bundesliga Pakte und dann auch noch Kabelanschluss? Warum nicht einzelne Spiele oder einmal eine Konferenz der Premier League um1,99€? Warum nicht ein F1 Wochenendpass um 9,99€? Warum nicht ein [beliebiges Event einsetzen] um [angemessenen Betrag]? Wie es gehen kann, zeigen sport1.de oder auch Vermarktungsgesellschaften wie nfl.com oder motorgp.com (wobei bei letzteren auch wieder nur Pakete zu erwerben sind, bei sport1.de gab es die Rugby WM Spiel für Spiel). Oder sogar FreeStreams ala laola1.at, die die spanische Liga zeigen. Einfach so – ohne tausend WerbePopUps für semi-legale Kontaktbörsen. Das ist das, was ich mir wünsche. Hab ich ein freies Wochenende und ein Kracher wie BVB vs. Bayern München steht an, braucht es eine Plattform für den Stream, eine Abrechnung via amazon check out und erledigt. Kein Thema. Da bezahl ich doch gerne, weil ich dieser Unterhaltung Wert bei messe und nicht Spielfilme bekommen, die mir am Allerwertesten vorbei gehen.

Also liebe Content Menschen… macht was. Die Zukunft wird nicht auf euch warten, sie ist schon da. Nämlich in Form von Alternativen, die sich nicht eurer Kontrolle unterziehen und die sich selbst mit schlechter Qualität und nervigen Addons ins Aus stellen. Doch wenn ihr als Rechte Inhaber nicht bald auf diese Angebote reagiert, wird das jemand anderer machen. Und dann gibt es einen dominaten Anbieter wie iTunes, der euch die Regeln vorschreiben wird, wieviel vom Kuchen für euch übrig bleibt.

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Die Furcht des Weisen in 2 Teilen

Nach der Begeisterung für den ersten Tag, den Patrick Rothfuss seinem Helden Kvothe im Roman “Der Name des Windes” erleben lässt und während dessen der namenlose Chronist seine Feder nur allzuoft ins Fäßchen taucht, war klar: sobald das Thema weitergeht, müssen die Bücher her. Ende Feber war es dann soweit, auch der zweite Teil des zweiten Teils war im Buchhandel erhältlich. Nach vielen Stunden des Eintauchens in diese fantastische Welt mit dem traurigen Nebengeschmack des gestürzten Heldens kann ich nun ein Fazit ziehen.

# Der grandiose Beginn

“Der Name des Windes” war wie schon geschrieben, ein gutes Buch, eine sehr gelungene Mischung aus den bekannten Versatzstücken von High-Fantasy Romanen. Nichts weltbewegend Neues aber eine ausgezeichnete Variation eines Mannes, der sein Handwerk versteht. Die Rahmenhandlung, in der der Held einem Schreiber seine Biographie darlegt, hin und wieder unterbrochen durch Jetzt-Zeit Momente ist ein Kniff, der dem Spannungsbogen einen Rahmen vorgibt, auch wenn von Anfang an klar ist, dass ein Ende in weiter Ferne liegt. Denn so kann eine Lebensgeschichte erzählt werden, ohne am Abend des ersten Tages enden zu müssen.

# Das Drama nimmt seinen Lauf

Wie auch im Beitrag zu Teil 1 erwähnt, liegt die Befürchtung nahe, dass die Seitenanzahlen explodieren. Was wiederrum nicht immer im Sinne einer knackig gut durchgezogenen Geschichte  sein kann. Schon die Tatsache, dass Teil 2 in weitere 2 Teile geteilt werden muss, ist ein Indiz für leere Meter.. ähm Worte. Aber erstmal die Formalkriterien betrachten. Bei der Teilung fällt sofort auf, dass der erste Part von “Die Furcht des Weisen” einen Umfang von 860 Seiten aufweist und der direkte Nachkomme mit nicht mal 530 bedruckten Blättern schon deutlich weniger dick im Regal steht. Verstärkt wird der Eindruck, dass hier der p.t. Leser Käufer zweimal zur Kassa gebeten wird, dadurch, dass beide die selbe Zahl mit Euro Zeichen aufweisen. Immerhin wird in Foren und Amazon Kommentaren darauf hingewiesen, dass a) die Teilung des roten Meeres schriftstellerischen Schöpfwerks im Einklang mit dem Autor selbst statt fand und b) der Verlag ja doch immerhin die beiden Bände zeitnahe veröffentlichte (ein Jahr zappeln lassen, kann sich heute scheinbar nur noch ein gewisser Herr Jackson leisten, der irgendwie auch mit fantastischer Literatur zu kämpfen hat). Klingt vielleicht nach ein wenig Trost, heischt ein wenig nach Verständnis aber dennoch bliebt der schale Nachgeschmack.

# Teil Eins von Zwei

Inhaltlich geht es einfach dort weiter, wo zuvor aufgehört wurde. Selbes Setting, selbe Personen, selbe Geschmacksrichtung in der Suppe. Was nach den über 800 vollbeschriebenen Wortspeichern im Gedächtnis bleibt, ist eine Handlung auf gewohnt hohem Niveau, das jedoch durch die gar so lange Länge gestreckt wird. Sollte ich Sternchen vom Amazon Himmel regnen lassen, so bleiben nach dem gutem Einstand von – sagen wir mal – 4,5 für den Nachfolger gerade 4 übrig. Abzug gibt es für die Teilung, die zu langen Ausschweifungen und das generell ansprechende und immer noch sehr gute Erzählepos, das Hr. Rothfuss zwischen die beiden Buchdeckeln raushaut. Manche der Wendungen sind vorhersehbar, andere wissen doch manchmal zu überraschen. Durch die detailreichere Schilderung von so manch Abenteuer unseres angehenden Zaubermeisters kann der Autor durch bessere Charakterzeichnung punkten, verliert aber im Gegenzug das augenzwinkernde Lächeln, das eine Schilderung mit weniger Worten über längere Zeiträume hinweg mit sich bringt. Ich erinnere hier gerne an meinen Favoriten in diesem Bereich: “Belgarath, der Zauberer” von David und Leigh Eddings. Ähnlich wird dort das Heranwachsen eines Magiebegabten erzählt, der quasi als Jünger eines Gottes unsterblich durch die Lande zieht und so manch Folge seines Tuns nach Jahrhunderten als Konsequenz vor Augen geführt bekommt. Klar, Kvothe ist kein Götterjüngling und schon gar kein jahrhundertalter Gandalf, aber gerade im “Wind”-Teil hatte ich das Gefühl, hier Ähnlichem zu begegnen. Das ist jedoch verschwunden und ich ziehe daher den halben Stern ab, da ich es nicht mehr schaffe, das schelmische Funkeln aus den Augenwinkeln zu entdecken.

# Teil Zwei nach Eins

Der Abschluss erfüllt genau diese Aufgabe. Es ist der Abschluss des zweiten Tages und diese Endstimmung prägt das Buch von vorne bis hinten. In diesem Fall will ich nicht sagen, dass die Luft draussen ist, aber was mich am meisten beschäftigt, ist nicht die seitenlange Ausdünnung von nicht relevanten sondern ein paar logische Fehler, die Herr Rothfuss hier einbaut. Da stellt er uns ein Volk vor, unverstanden vom Rest der Welt, Krieger und Kriegerinnen, die keine Miene verziehen und mit Gesten und Händen sprechen. Toll! Endlich was völlig neues in dieser Welt und dieses kriegerische Volk hat eine ewig lange Tradition: Schwerter, die jahrtausende überstanden haben, eine philosophische Art, die an einen fernöstlichen Weg der Meditation erinnern. Ein Volk, von dem Rest der Welt, den wir kennenlernen durften, missverstanden und als Barbaren abgetan, als Krieger geschätzt und ansonsten verachtet. Nun darf also unser Held diese Menschen kennen lernen, ihre Kultur und ihre Andersartigkeit. Er kann sich verständigen aber nicht er kennt nicht die Feinheiten der Sprache, er kann die Übungen des waffenlosen Kampfes vorführen, verliert aber das Duell mit einem 8 jährigen Mädchen. So weit, so gut. Patrick Rothfuss bringt uns also ein Volk näher und macht es durch das Verständnis der fremden Sitten und deren Erklärungen sympathisch und naheliegend. In einigen Punkten bleibt die Distanz zum Rest der Welt erhalten: Musik ist zB unheimlich verpönt und wird als Prostitution angesehen. Das passt in das Bild, in den Rahmen und ist eine klare Erweiterung des Weltbildes in Reiche Rothfuss. Doch dann das: als Krieger sind sie berühmt und dadurch kennen sie auch alle Arten von Verwundungen. Sie haben Apotheken und Heiler, sie kennen also den menschlichen Körper. Und da sollen sie nicht den den Zusammenhang zwischen Sex und Babys auf die Reihe bekommen haben? Das ist extrem unglaubwürdig und tatsächlich hat es mich mehr beschäftigt, wie sich so ein Fehler einschleichen konnte, als wie die Geschichte weitergeht. Ein Volk, das seine Existenz dem Kriegerdasein verdankt, das kennt den Körper als verwundbare Stelle und erforscht ihn permanent. Damit müssten die medizinischen Kenntnisse weit über jeglichen anderen liegen, aber das tuen sie nicht. Mir hat es die Atmosphäre und die Glaubwürdigkeit dieser Welt genommen. Schade! Klar warte ich auf den dritten Tag, aber dieser Fauxpas hat die Vorfreude darauf erheblich gedämpft. Weiterer Punktverlust für “Die Furcht des Weisen, Teil 2″.

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Wortspenden der Woche

Nach einem Interview mit Professor Knie  verwenden 40% der Bevölkerung in Wien die öffentlichen Verkehrsmittel. Das ist mehr als in Berlin oder Rom. Dafür punktet Berlin mit FahrradfahrerInnen und Rom, nun ja, Italien eben mit – ich würd mal meinen – Motorrollern. Klischee, ich hör dich tapsen. Da in der österreichischen Hauptstadt die Anbindungen per Bus, Bim und U-Bahn tatsächlich hervorragend sind, nutze auch ich das Angebot für tägliche Fahrten zur Arbeitsstelle und wieder nach Hause. Doch was ich diese Woche so an Wortspenden an öffentlichen Plätzen hörte, ist in der Häufung tatsächlich bemerkenswert.

Schauplatz #1 – die Bim (Straßenbahn).

Ein paar Stationen vor meiner Haltestelle nimmt eine etwas ältere Frau neben mir Platz und ihr Mann steht neben ihr im Gang. Das Alter der beiden liegt geschätzterweise zwischen 55 und 60 Jahre, beide dick vermummt ob der winterlichen Kälte zu Wochenbeginn. Sie plaudern über irgendwas, ich lese mein Buch. Rechtzeitig klappe ich es zu, verstaue es in meiner Tasche. Dabei bekomme ich mit, wie ER sich darüber aufregt, dass die Bim nicht weiterfährt. Der Grund war offensichtlich und Er erkannte ihn auch recht schnell: Linksabbieger auf den Gleisen (da dürfen die das) sind vom Gegenverkehr eingebremst und verstellen die freie Sicht auf die nächste Strassenbahnstation. ER beginnt zu schimpfen, welche Idioten da mit dem Auto die Bim aufhalten. Soweit eigentlich recht normal. Beim Aussteigen höre ich dann aber einen Satz wie “Na, wenn ich für Mittelalter oder Western was mit Leder brauche, dann frage ich bei XYZ und ZYX nach, die haben ja beiden einen Job.” Was mich hier stutzen und nachdenklich zurück ließ. Er sagte das mit dem Job, als wäre es mittlerweile bewundernswert und aussergewöhnlich, wenn zwei Personen (scheinbar ein Pärchen) eine Arbeitsstelle haben. Ist es denn schon so weit, dass ein Job ein Jackpot ist? Aus seinem Munde klang es, als wären 80% der Bevölkerung arbeitslos und die Elite würde ein Einkommen erarbeiten. Vielleicht ist das auch das Umfeld, in dem sich ER befindet, aber das wäre wirklich traurig, in einem der reichsten Länder der Welt mit einer unterdurchschnittlichen Arbeitslosenquote.  Wahnsinn.

Schauplatz #2 – die S-Bahn.

Ich nehme die S-Bahn von Rennweg zum Praterstern, zwei Knoten im öffentlichen Verkehrsnetz. Vor allem der Praterstern ist ein Wiener Bahnhof mit mehreren Gleisen, zwei U-Bahnen, einigen Bim Linien und Buslinien, die sich hier kreuzen. Also jede Menge Menschen, die hier täglich um- und aussteigen. Ich sitze also in der Linie S1 und bei der Station Wien Mitte steigen 2 Schüler ein und stehen bei den Türen vor meinem Platz. Vom Alter her würde ich mal zwischen 10 und 12 Lenze sagen, wobei das natürlich völlig daneben sein könnte. Beide mit Snowboard Jacken, Jeans und Rucksack, offensichtlich kommend von einer Schule. Sagt plötzlich der eine zum anderen “Beim Praterstern bekommen wir einen Sitzplatz, da steigen die soziale Unterschicht aus.” Ich dachte zunächst ich höre nicht richtig. So ein kleines arrogantes … In diesem Alter hätte ich keinerlei Bezug zur Selbsteinstufung in sozialen Schichten geschafft. Dann aber überlegte ich: der Junge könnte vom Alter her mein Sohn sein. Woher kommt diese schiere Arroganz? Wird das von den Eltern vermittelt? Von Lehrern offen ausgesprochen, wenn finanziell schwächere Mitschüler in Schubladen gesteckt werden? Also woher kommen solche Gedanken – vor allem die Respektlosigkeit, das so auszusprechen. In öffentlichen Räumen Fahrgäste so pauschal zu verurteilen. Wahnsinn.

Schauplatz #3 – DVD Abteilung Müller

Schon beim Eintreffen in der DVD Abteilung der Müller Filiale, fiel mir die großgewachsene junge Frau auf, die bei den KinderDVDs “Mein kleines Pony” sucht. Schwarz gekleidet, mit hohen Schuhen, blonden Haaren, einem hübschen Gesicht und einem eigenartigen Kerl in der Nähe. Wirklich steil wurde es ein paar Minuten später als ich gerade eine DVD in der Hand halte und den Klappentext lese. Es erklingt die Stimme von dem Kerl der sinngemäß sagt: “He Schatz, wo bist du. Komm gefälligst her, stell dich da neben mich hin, lächle und sieh einfach gut aus, denn dann sehe ich auch gut aus. Du liebst mich doch, oder?” Vom Tonfall her, erinnerte es mich eher an meinen Grundwehrdienst beim Heer und die Absicht, sie öffentlich zu demütigen war unüberhörbar, denn er achtete schon darauf, a) laut zu sprechen und b) genügend Zuhörer zu haben. Was macht nun diese hübsche junge Dame? Sie kommt tatsächlich daher, schaut etwas schuldig und tut genau das, was der Kerl so unverschämt in aller Öffentlichkeit verlangt. Meiner Ansicht nach, wäre jede Intervention vergebene Liebesmüh gewesen, da sie keinerlei Anstalten machte, das Ganze ungewöhnlich oder gar unmöglich zu finden. Wahnsinn.

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Nachschub aus dem Magazin

Zeitungen lese ich fast nur noch online, Radio höre ich grad mal am Morgen und Bücher sind in der herkömmlichen Form für mich unersetzbar. Doch für die SBahnfahrten zur Arbeit und wieder zurück, für das Blättern im Flugzeug Richtung Süden, Strand und Meer bleiben die Magazine die erste Wahl. Folgenden sind mir da am liebsten:

Datum

Das “Datum” mit dem Untertitel “Seiten der Zeit” ist ein österreichisches Monatsmagazin, das sich mit Politik, Kultur und den heimischen Absonderlichkeiten wie Kunst[szenen] und Interviews mit mehr oder weniger bekannten Personen beschäftigt. Dabei verlässt das “Datum” die ausgetretenen Wege, die so gerne von den populären und massen-heischenden Formaten wie das “Format” oder “News” Woche für Woche in Anspruch genommen werden und eigentlich Altpapier Container Füllmaterial sind. Im Gegensatz zu den landläufigen Meinungen, die auf Vorurteilen und Kronejournalismus geprägt sind, sucht sich das Datum provokante Themen, die jedoch gut recherchiert und sprachlich hervorragend aufbereitet werden. Dabei werden immer wieder die Grenzen aufgezeigt, wenn z.B. Verantwortliche aus Vereinen, Firmen und Unternehmen nicht zu erreichen sind, wenn Stellungnahmen in Allgemeinplätzen von Pressemitteilungen enden. Das Datum macht vieles gut, manches noch viel besser – selbst die Rubrik “Alter Text” enthält immer einen kritischen Bezug zum Tagesgeschehen aus der ungewöhnlichen Perspektive längst vergangener Tage. Selbstbewusst werden die Ausgaben der Vormonate auf der Webseite den interessierten Publikum angeboten, zum Probelesen, Durchstöbern und Perlentauchen.

Fleisch

Wie eine Begegnung mit einem Ausserirdischen verlief mein erstes Kennenlernen von “Fleisch“. Von “wer bist denn du?” über “gibt’s dich wirklich?” zu “ernstgemeintes magazin?” erstreckten sich die Gedanken beim Durchblättern in der Trafik meines Vertrauens. Und tatsächlich ist “Fleisch” anders – ein neues Format mit eigener Identität, die soviel Kreativität mitbringt, dass sie Nebenprodukte wie “Gier” und “Wald” hervorbringt. All diese Ausprägungen wollen vieles sein, nur nicht eins: langweilig und gewöhnlich. In unregelmäßigen Abständen taucht eines der Teile auf und wirbt um Kundschaft: mit ungewöhnlichen Covern (anstelle von Fleisch mal Gemüse, gesponsert von… McDonalds!) und mit dem Anspruch, die Konvention des letztens Hefts zu durchbrechen. Auch wenn es die Konvention nicht gibt, da die permanente Änderung eine solche nicht gestattet. Gefüllt ist Fleisch immer mit Lifestyle, der keiner sein mag, mit Kunst, die von vielen als solche nicht erkannt wird, mit Politik, die mit Politikern nichts am Hut hat. Merkt man es? Schwierig zu beschrieben, bin ich doch begeistert und freue mich fast ein wenig diebisch darüber, dass so manche Verkäuferin ungläubig nochmals nachfragt: “Was meinten Sie? Fleisch soll das heißen?”

Weave

Abseits von diesen unkonventionellen Drucken, beschäftigt sich “Weave” mit Onlinewelten. Nicht unbedingt mit Spielen aber mit den technischen Fortschritten und Errungenschaften im Webbereich. Als Schwestermagazin von “Page“, das sich klar an Webdesigner und Webentwickler richtet, landet im Weave alles andere: Spannende Projekte von der Konzeption zur Realisierung, Tools und deren Anwendung, Code Schnippsel und Design Fragmente. Experimentierfreudig und manchmal am Grat zur Kunst kommen Menschen fast aus allen Kontinenten zu Wort und berichten von Erfolgen, Problemen und Lösungen. Von “Lifehacking” über “Menschliche Muskelbewegungen erzeugen Schwingungen, die eigentlich Musik sind” bis hin zu “Projekt Jägermeister Webseite mit Rich-Media Anwendung” ist das Feld breit gestreut. Das fasziniert mich, der ich weder Programmierer noch User Interaction Experte noch Innovationsmanager bin, aber all diese Bereiche aus der IT spannend finde. Einziger Wermutstropfen, der mich immer wieder zögern lässt, wenn die neueste Ausgabe in der Hand halte, ist der doch hohe Preis von (aus dem Gedächnis geschrieben) über 7€ – das ist schon fast der Betrag, den ich für ein Taschenbuch auf den Tresen lege. Das ist dann aber zu diesem Thema veraltet und bei weiten nicht mehr aktuell, das aber genau der Punkt von “Weave” ist: am Puls der Zeit die neuen Strömungen kanalisieren und thematisieren.

brand eins

Der Klassiker aus Studienzeiten, für den ich Hrn. A.S. immer noch dankbar bin, dass er eben dieses “brand eins” mit in die Vorlesung brachte. Das Wirtschaftsmagazin, das es eigentlich nicht geben dürfte und das weniger die Wirtschaft als vielmehr die Menschen hinter den Produkten und Unternehmen auf die Bühne holt. Wer ein klassisches Format erwartet, in dem Börsenbewegungen analysiert werden und der nächste Fond-hype in mediale Höhen gejubelt wird, ist mit dem Magazin völlig falsch. Wer hingegen wissen möchte, was der “Manufactum” Gründer heutzutage macht und warum ihn die nachhaltige Bewirtschaftung von Agrarbetrieben wichtig ist und woher der Antrieb für langlebige Lösungen stammt, ist goldrichtig. Ein Goldstück finde ich in beinahe jeder Ausgabe: das sind Geschichten und Gedanken von Personen, die von innerem Feuer getrieben, ihre Visionen verwirklichen. Oder wie es ein anderer Freund Ch.H. mal sagte “They don’t live the dream of another man – they live their own dream.” Ist es tatsächlich unmöglich, ein Business mit gestrickten Babyschuhen zu machen? Oder mit einer Gindestillerie im Schwarzwald? Aussergewöhnliches Schaffen, aus dem Alltag heraus von Personen, die alltäglich scheinen und damit zeigen, dass es immer einen Weg gibt. Das ist immer wieder ein Ansporn, mir ein Exemplar mit zu nehmen und diese dann auch zu Hause zu archivieren. Denn irgendwann suche ich mal den einen Text von… na du weisst schon wen… dem einen, der… verflixt, wo ist es denn? Für alle anderen gibt es auch das Online Archiv auf der Webseite, die alle Artikel, die jemals gedruckt wurden umfasst. Viel Spass beim Schmökern.

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Unendliche Weiten

“Dunkle Wälder, verlorenen Ruinen,
Festen aus längst verlorenen Zeiten.
Erbe der Elfen, Knochen der Zwerge,
Vergessen, einsam auf stürmischen Gipfeln”

Langsam senke ich meine Laute und öffne meine Augen. Das Lagerfeuer in der Mitte des Raums knistert, die Gäste sind verstummt. Doch nicht mein Lied hat sie zum Schweigen gebracht, sondern die dunkle Gestalt in der Eingangstür. Ein Kaiserlicher, ein Soldat, entsandt aus der Hauptstadt in dieses Nest in den Norden, wo die Geheimdienste der Majestäten Revolutionäre von Ulrich Sturmmantel vermuten. Der Krieger tritt ein und sieht sich um. Die Nordmänner und Frauen regen sich nicht, die Blicke sind starr nach vorne gerichtet: auf den Becher, auf das Feuer, auf so manch schwielenbedeckte Hand. Aufmerksam sieht der Soldat in jedes Gesicht. Er sucht zweifellos jemanden. Ein Opfer? Einen Mörder? Ich blicke rasch zur Wirtin Syla, die hinter ihrer Theke steht und ihre Hände langsam unter dem Tresen bewegt. “Nein” sagt mein Auge, “Nein” denkt mein Verstand, “Nein” schreit mein Herz, doch meine Lippen schweigen.

Der Kaiserliche nähert sich Eric, den Mann von Syla und plötzlich schwirrt ein Dolch durch die Luft. Im nächsten Moment steckt der kalte Stahl im Rücken des Soldaten und mit verwirrter Miene bricht er zusammen und krümmt sich am Boden. Eric schreit das Wort, das ich nicht sagen konnte “Nein” und ein Tumult bricht los: die einen wollen so schnell wie möglich das Gasthaus verlassen, doch gleichzeitig drängen noch mehr kaiserliche Soldaten herein – die ersten haben bereits ihre Schwerter gezückt und töten diejenigen, die nah am Eingang stehen. Ich will zu meinem Bogen greifen, doch ich stolpere über einen Körper, der vor mir liegt und schlage auf den Boden. Ich verliere mein Bewusstsein und das letzte das ich sehe, ist eine zerbrochene Laute neben mir am Boden.

Als ich erwache, finde ich mich gefesselt auf einem Wagen, gemeinsam mit anderen Männern und Frauen. Sie bringen uns nach Helgen, zur Hinrichtung, so heißt es…

Wie es weiter geht? Nun, ich finde mich in einer gigantisch große Welt wieder, in der die Aufständischen gegen die kaiserliche Armee kämpft. Das ist der große Rahmen der Geschichte, daneben locken persönliche Quest, heimelige Häuser, Beziehungsgeschichten, Kochstellen, Schmieden und Ausbildungen zum Magier, Dieb, Mörder und Barde. Kinder wollen beschützt, gerettet und gerächt werden, Drachen bedrohen die Städte und Festungen, die sich gegen die Kälte und die Stürme von Himmelsrand wehren. Jarls verstricken sich in Machtkämpfe, Banditen ziehen plündernd durch die Dörfer und Priester flehen ihre Götter an. “Skyrim” heisst das Spiel, das Bethesda im Rahmen der Elder Scroll Reihe im letzten Herbst veröffentlichte und Skyrim bedeutet stundenlanges Spielen, ein Eintauchen in eine andere Welt voller Magie und Schwerter. Manche meinen, die Welt sei zu groß, zu langweilig mit der Zeit.

Ich mag Skyrim  - ein Sandkasten zum Spielen, zum Erforschen und Erkunden. Verschiedene Quests lassen sich unterschiedlich lösen – bezahle ich dem Betrunkenen einen  Drink oder spendiere ich ihm ein Goldstück? Je nachdem geschehen unterschiedlichen Folgeereignisse. Ich mag es, zu Schleichen und aus der Dunkelheit heraus dem Gegner mit dem Bogen, den ich magisch erweitert habe, einen Pfeil in das Herz zu jagen. Dazu nehme ich meinen Begleiter mit, der mir hilft, die erbeuteten Stücke wieder zurück in die Stadt zu bringen, der auch ein Zimmer in meinem Haus hat.

Daneben wird die Geschichte in Büchern geschrieben, in den Quests erzählt, die aus historischen Tiefen heute noch nachwirken. So wie auch die Drachen, die wieder erwacht sind und den Himmel über Skyrim bevölkern. Spätestens da ist Schluss mit Schleichen – es ist die Zeit der Pfeilhagel, Flammenschwerter und schweren Rüstungen. Gerne komme ich für ein paar Stunden zurück und meine Dunkelelfe reist wieder durch die Lande, erzählt Geschichten und bekämpft dunkele Magier, reissende Bestien und grausame Banditen.

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Es ist Valentinstag

Der 14.2. ist nun ein paar Tage her, aber bereits Anfang Dezember ist bei mir im Bücherregal Valentinszeit.  Trotz der offensichtlichen Anspielungen auf Vampir- bzw. Gothic Welle sind die Romane der Reihe “Dante Valentine” von der Autorin “Lilith Saintcrow” [sic!] durchaus unterhaltsam.  Die Amerikanerin schafft in den ersten paar Folgen der Reihe eine detailreiche und persistente Welt in einer möglichen Zukunft oder parallelen, der Realität angelehnten Dimension. Doch der Reihe nach.

Worum geht es eigentlich?

Mrs. Dante Valentine, von Freunden Danny genannt, ist eine Nekromantin, die sich als Kopfgeldjägerin ein Vermögen machen will. Mit ihren Fähigkeiten kann sie mit den Toten kommunizieren, sie kurzzeitig ins Leben zurück holen und danach wieder über die Brücke in die ewige Dunkelheit geleiten. Doch Danny reichen diese Aufträge nicht, sondern sie verdingt sich als Jägerin, die mit Plasmawaffen und Schwert bestückt, auf Menschen- und/oder Nichtmenschenjagd geht. Ihr Freundeskreis ist klein und eingeschränkt, sie ist frech, vorlaut, spontan und manchmal etwas versponnen. Ihre Schwächen zeigt sie nicht und die “ich” Perspektive erlaubt so manchen Einblick in eine aufgewühlte Seele, die sich mit Kindeheitserinnerungen und -traumatas herumschlagen muss. Soweit so gut, ist die Figur sehr an typische Actionhelden angelehnt (mich erinnerte die Charakterdarstellung teilweise an Tom Clancys Heroen), doch die Autorin verleiht der Ausgestaltung ein wenig mehr Pfiff. Es tatsächlich Tiefe zu nennen, wäre absolut vermessen, doch es reicht für einen Sympathiebonus und eine gute, lebhafte Vorstellung der guten Dante.

Die Welt an sich ist, wie bereits angedeutet, in sich rund und logisch aufgebaut. Mir wäre kein grober Schnitzer aufgefallen, kein Riss in der Realität der Romane und erinnert mich an den typischen Plot einer alternativen Welt: Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten werden zusammen gesammelt, ausgebildet und lernen in Schulen mit ihren Begabungen umzugehen. Typischerweise lernt die Hauptdarstellerin keine “normalen” Personen kennen, sondern verkehrt immer mit den Aussenseitern, den Paranomalos. Religionen existieren nicht mehr, es gibt jedoch eine Art Individualglaube, denn auch Dante mahr die Erfahrungen, mit dem Gott des Todes direkt sprechen zu dürfen. Dieser manifestiert sich jedoch für jeden Nekromanten in einer anderen Form und es scheint so, als ob dies auch für andere magische Wesen gilt. Von den restlichen Dingen der Welt stechen fliegende Gleiter hervor und postapokalyptische Staatenverbünde hervor. Auch hier gilt wie bei der Figurenausarbeitung, dass die Schöpferin handwerklich gut arbeiten, mit einigen Akzenten ein totales Abgleiten in die Klischeegrube vermeidet.

Interessant wird die Begegnung jedoch von Dante mit Luzifer persönlich, sowie die Bekanntschaft und Freundschaft (in weiterer Folge auch Romanze) mit einem Dämon names Japhrimel. Hier nutzt Saintcrow (die auch unter ihrem Namen Anna Beguine Bücher verfasst) die kreativen Freiräume, die eine Beschreibung von unmenschlichen Charakteren bieten, aus. Zwar nicht in das extrem verzerrte und abartige Wesentliche, das hier auch einen Platz hätte – klar, was über den menschlichen Verstand hinaus geht, gerät ins das absurde – sondern eher in eine Diskussion, ob für einen Dämon eine Wahrheit anders real sein kann als für einen Menschen. Ist der Teufel so menschlich, dass er verstehen kann, was den Menschen bewegt oder ist er so unmenschlich, dass ein Erdbewohner nur eine lästige Fliege ist. Natürlich liegt es der Autorin fern, die Fragen soweit zu beleuchten, dass es hier zu einer allzugroßen Abweichung eines Unterhaltungsplots kommt, aber sie deutet immer wieder das Potential eines derart gestalteten Diskurses an.

Fazit:

Mit Dante Valentine (deren ersten Band ich in einer Abverkaufskiste gefunden habe) liegt eine Buchreihe vor, die eine Mischung aus typisch flachen Actionromanen, angereichert mit Elementen der Gothiczene und Urban Fantasy vor. Unterhaltsam allemal bestechen die ersten drei Bände mit rascher Handlung und einem schnellen Plot, der jedoch nachvollziehbar in einer persistenten Welt den Leser in eine düster angehauchte aber dennoch interessante Zukunft entführt.

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Jung bleiben und es krachen lassen

Bei einem der letzten Streifzüge durch die großen Elektronikfachmärkte hatte ich bei der Kassa wieder mal einen kleinen Stapel an DVDs dabei. Darunter eine silberne Scheibe, die mir bereits in Vorankündigungen aufgefallen war: Young @ Hearts. Eine Dokumentation über einen Chor, dessen Mitglieder zwischen 70 und 100 Lenze auf dem Buckel haben. Jeder einzelne, nicht alle zusammen. Um von Beginn an Klartext zu sprechen – ich rede auch nicht von den Rolling Stones, der Wiederkehr von Jopi Heesters oder von einer zweiten Karriere von Thomas Gottschalk.

Nein, das Ganze findet in Northampton statt, Massachusetts, gegründet von Stammvätern aus dem benachbarten Springfield. Ein Schelm, wem da ein Volk von gelben gezeichneten skurillen Charakteren in den Sinn kommt. Dort entstand ein Chor in einem Seniorenheim und mit der Zeit geschah es, dass die durchaus begabten MusikerInnen Punk, Rock und sonstige Songs zelebrieren. Stell dir das mal vor – eine Oma auf einer Bühne, die die Clashhymne “Should I go or should I stay” ins Micro schreit. Das aber ist die Eröffnungsszene, die gleich mit vollem Karacho los legt.

Insgesamt bringt Steven Walker, der Regisseur, auf knapp 100 Minuten die sieben Wochen der Vorbereitung auf ein neues Programm unter. Er begleitet die Sänger in ihre Häuser, er interviewt während der Proben und er schafft es, die Distanz zu den liebenswerten Protagonisten über die Entfernung von mittlerweile doch ein paar Jahren auf Nullkommanichts schrumpfen zu lassen. Der Grundtenor ist die Lust am gemeinsamen Singen, die Gemeinschaft, die auf der Bühne den Applaus für ihre tollen Leistungen empfängt. Die Baseline sind die einzelnen Charaktere, die auch mal in Solorollen schlüpfen, mit den Problemen des Alters und des Alltags zurechtkommen müssen. Die Melodie schwankt zwischen liebenswerten Szenen und endlos traurigen Momenten, wenn ein Mitglied für alle Zeiten die Show verlässt. Doch wie wichtig ist den Menschen die Musik und der Gesang. Sie lieben Klassik und quälen sich mit Sonic Youth Texten. Sie hassen Songs, die in wenigen Zeilen 71 mal das Wort “can” wiederholen. Sie plagen sich mit dem Lernen von Lyriks, ja schon das Lesen auf extragroß gedruckten A3 Seiten bedarf manchmal einer Lupe.

Doch das Funkeln in den Augen, die Begeisterung beim Auftritt, die unvergessenen Momente, die sie alle erlebten, auch wenn der Gesangspartner nicht mehr anwesend sein kann, lassen sie alle in ihren Herzen jung bleiben. So jung, dass ich als Zuseher nur staunen kann über die Leistungen, den Willen und die Energie, die diese Silber Ager (wie es so schön im Marketing Jargon heißt) mitbringen. Tief berührt und bewegt habe ich diesen Film gesehen und kann ihn jedem uneingeschränkt empfehlen. Das gibt mir Hoffnung, dass diese Welt doch mit Musik ein wenig besser werden kann.

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Ultra Fu**ers!

Ursprünglich wurde ich auf das Buch in einer “Ansichtssache” im online Standard [link] aufmerksam. Dort als Werk der “Bizarro Literatur” gelistet und auch bei Amazon so benannt, dachte ich einfach, das probiere ich doch mal aus. Zusätzlich reizte mich die Aussage des Autors, er spare an Worten, soweit dies möglich ist, anstelle seine Geschichte aufzublasen und somit einen dicken Wälzer abzugeben.

Nach zwei S-Bahnfahrten kann ich nun ein Resumee ziehen: Kurz ist es, wahrlich. Zu kurz? Nein, das sicher nicht. Die Geschichte beginnt recht ok, mit einem Protagonisten, der seine Freundin zu einem Dinnerevent ihres Chefs begleitet und in eine Siedlung gelangt, in der ein Haus dem anderen gleicht. Soweit so gut. Dann setzt die bizarre Geschichte ein, die eigentlich gut aufgebaut ist. Vor allem die letzten Sätze eines Kapitels lassen immer erahnen, in welchem Zwiespalt und Dilemma der Held verstrickt ist.

“Ultra Fuckers” gelingt es trotz der Reduktion auf das Wesentliche nicht, mir eine spannende Geschichte zu erzählen. Der Handlungsstrang ist weniger bizarr als die Gestalten, die jedoch nicht genug ausgeformt sind, um sich von der absurden Welt abzusetzten. Dadurch wirkt das Büchlein zwar rund und gefällig, doch viel zu “brav” und “glattgebügelt”. Daran ändern auch die Geschöpfe nichts, deren Handlungen weder besonders kreativ noch aussergewöhnlich sind.

Schade – hier hat Carlton Mellick III eine großartige Chance vergeben, eine Geschichte aufzubauen, welche seinem einzigartigen Namen gerecht würde. Das Werk an sich ist meiner Meinung nicht absonderlich genug, um dem Genre der “Bizarro Fiction”  Genüge zu tun. Da sind so manch “real life” Romane phantasievoller und brechen viel mehr aus dem Alltag des Realen aus – ich denke hier besonders an Bücher wie “Fear and Loathing in Las Vegas” oder die klassischen Erzählungen von Kafka – dies als Vergleich: wo Kafka düster und verzweifelt ist, weil die Welt nicht mehr den gewohnten Gesetzmäßigkeiten folgt, so wirkt “Ultra Fuckers” wie ein gekacheltes Badezimmer ohne tiefere Dimension des “er-”Lebens.

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