Wintersport zu Hause

Endlich (?) Winter. Nun ja, der Schnee lässt hier in der Stadt noch auf sich warten, es ist eher grau und sehr bedrückend. Keine weisse Schneedecke, die das Grau ver- und bedeckt, aber dafür ein wenig Grün und blätterlose Baumskelette. Tagsüber so fünf Grad, in der Nacht leichter Frost, der die AutobesitzerInnen am Morgen die Scheiben abkratzen lässt.

Dafür gibts wieder Wintersport. Wie jedes Jahr dominieren Schirennen, Skisprungbewerbe und andere Wintersportereignisse das Fernsehprogramm der öffentlichen Sender. Gerade der ORF erweitert sein Programm gefühlte 10 Stunden um Langlaufen, nordische Kombination und Biathlonbewerbe. Natürlich die heimischen – oder zumindest die auf österreichischen Boden ausgetragenen Wettkämpfe werden übertragen. Ich überleg grad, wer geht dann dort hin und feuert seine/ihre LieblingsathletInnen an? Oder sitzen die Menschen dann auch lieber zu Hause auf der Couch im warmen und ersparen sich somit eiskalte Füsse und rote Nasen?

Auf jeden Fall freu ich mich schon auf das Programm, das dann Ende Dezember startet und so ein untypischer Fernsehsport ist: Darts! Vor ein paar Jahren hab ich die ersten Übertragungen gesehen und es ist schon eine eigenartige Geschichte: da stehen Männer, meistens bullig, vor einer Dartscheibe, konzentrieren sich unheimlich und werfen kleine Pfeile auf eine Scheibe. Dazu das Gegröhle aus dem Hintergrund von einigen dutzenden ZuschauerInnen, die mit gut gefüllten Biergläsern an Tischen sitzen und fast jeden Wurf bejubeln. Der Ergebnis, die Punkte, wo der Pfeil mit einem verstärkten (?) „Dumpf“ einschlägt, wird von einer Reibeisenstimme in ein Mikrophon gekrächzt und langezogen: „WWWWoooooonnnnnn-haaaaaaaaaannnnndrrrieeeeeeed-eeeyyyyyttieeeee“ – und wieder Jubel.Inzwischen geht Phil „The Power“ Tayler nach vor, zupft seine Darts aus der Scheibe und stellt sich betont gelassen hinter „Barney“ (Raymond van Barneveld) an und beobachtet dessen Würfe.

Eigentlich müsste das ja eine tolle österreichische Sportart sein: Ort – Gasthaus, Bewegung – sehr überschaubar und zumindest in meinen Erinnerungen in jedem Dorfgasthaus betreibbar. Aber der Orf zeigt sowas ja nicht im Fernsehen, so bleiben uns auf dem deutschsprachigem Festland nur die DSF Übertragungen aus England um die Weihnachtszeit. Wer Schnee schauen mag, der bleibt sowieso beim Staatssender – und da wussten wir schon als Schüler, dass die Weihnachtsferien vorbei sind, wenn das 4-Schanzentunier den glorreichen Abschluss zu Dreikönig in Bischofshofen erreichte.

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