Augmented reality…

… ist nicht der Hauptbestandteil des Films „BEN X“, aber ein Mittel, die Botschaft visuell auf zu bereiten und rüber zu bringen.

Ben X handelt von einem Jugendlichen mit Asperger Syndrom (einer Art von Autismus), der in einem Computerspiel auf High Level spielt und in der Realität (vor allem in der Schule) unter seiner Kontakt Einschränkung leidet.

Ben X
Ben X

Als Spiel wurde vom Regisseur Nic Balthazar das MMORPG „Archlord“ gewählt und konnte mit der Lizenz des Herstellers die Game Sequenzen in den Film integrieren. Ben hat hier das höchste Level erreicht und spielt oft mit einer Spielerin, die ihn im „High Level Content“ begleitet. Er hat in der virtuellen Geschichte so ziemlich alles erreicht, was es zu erreichen gibt.

Der tägliche Schulgang und damit der Wahnsinn des „gemobbt“ werdens ist das Gegenteil des gefeierten Helden. Durch sein „Anders“ sein, wird er immer wieder gehänselt, in unangenehme Situationen gebracht und vor der gesamten Klasse gedemütigt. Nicht nur das, die schlimmsten Szenen tauchen bereits im Internet auf und werden somit verbreitet. Ben kann seine Sorgen und seinen Kummer jedoch nicht formulieren sondern baut die Spannung durch aggressive Anfälle ab. Das kann natürlich nicht gut gehen und die Lage spitzt sich zu, als die Spielerin aus „Archlord“ Ben besuchen möchte, was seine schlimmsten Peiniger jedoch mitbekommen.

Mehr wird nicht verraten, ausser, dass das Ende überraschend kommt, die Auflösung extrem gut gemacht ist und bei mir durchaus einen bleibenden Eindruck hinterliess. Ein Film, der eigentlich Jugendlichen in der Schule gezeigt werden sollte, ein Film, der seine pädagogische Message nicht mit erhobenen Zeigefinger aber immer wieder deutlich macht. Ein Film, der mit Symbolen spielt, die sich am Ende auflösen und ein Film, der aufruft, das Anderssein als solchen auch seine Berechtigung in dieser Welt hat – nicht nur das, Anderssein kann bereichernd sein und Blickwinkel eröffnen, die sonst verschlossen bleiben.

Also nicht nur für Computerspieler sondern tatsächlich für alle zu empfehlen, die Themen wie Mobbing, Ausgrenzung, blinde Gefolgsamkeit, unreflektietes Handeln interessieren mit einer aussergewöhnlichen Leistung der Schauspieler und einer gut erzählten Geschichte inklusive toller Auflösung.

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