It’s my „Life“…

… ist nicht nur ein eher fürchterlicher Dr. Alban Song aus den 90ern des letzten Jahrhunderts, sondern „Life“ ist auch eine Krimi Serie, die es zumindest zu zwei Staffeln gebracht hat.

Dabei wird auf Altbewährtes zurück gegriffen: Ein Mann-Frau Gespann, das wie bereits in „Castle“ oder „The Mentalist“ Mordfälle zu klären hat, die sich nicht unbedingt durch klassische Hergänge auszeichnen, sondern auf ihre Art skurill, eigenartig und bis zuweilen abstrus sind. Damit sind zwei grundlegende Elemente klar, auf denen die Story aufbaut. Wie auch in den beiden genannten Serien, ist auch hier der männliche Part mit einer ausserordentlichen Hintergrund Geschichte ausgestattet: In diesem Fall sass der Polizist 12 Jahre für die Ermordung einer Familie hinter Gittern. Natürlich unschuldig, stellt sich nach einer Neuaufrollung des Falls heraus und die Entschädigung beträgt einige Mio Dollar.

Klarerweise kehrt Charlie Crews nach seiner Entlassung in den Polizeidienst zurück, um den wahren Mörder und die Gründe der Morde aufzudecken. Dabei wählt er ganz neue Wege bei seiner Rückkehr in die Gesellschaft: er kauft ein riesiges Haus und richtet es nicht mit Möbel ein, er vertraut sein Vermögen einem Freund aus dem Gefängnis an, der wegen eines Finanzdeliktes gesessen hat, er liebt Obst, das er in der Haft nicht bekommen hat, er kauft sich teure Autos, die nach und nach draufgehen und er hört immer wieder Zen Audiobücher, die als Hintergrund für manche Erklärungen herhalten.

Gut gelöst wurde die Geschichte vor dem Einstieg der ersten Folge: ein unbekannter Reporter interviewt in kurzen Sequenzen die Personen, die bei der Ermittlung und beim Gerichtsprozess von Charlie Crews dabei waren. Es gibt unterschiedliche Sichtweisen und persönliche Perspektiven, die jedoch dem Zuseher ein breites Bild der Geschichte vermitteln. Auch in der Folge wird dieses Mittel genutzt, um die Motivation von Crews bei der geheimen Ermittlung des Mörders zu transportieren.

Interessanterweise hat auch die weibliche Hauptfigur, Dani Reese eine dunkle Vergangenheit, die sich im Laufe der ersten Staffel aufklärt. Eine Vergangenheit mit Drogen, einem Undercover Einsatz und Alkohol. Im Gegensatz zu Crews ist jedoch die Geschichte von Reese bei weitem nicht so detailliert aufgeführt und scheint speziell zu Beginn der Serie noch nicht klar gewesen zu sein. Damit braucht Reese länger, um beim Seher „an zu kommen“ und als tatsächliche Hauptfigur wahrgenommen zu werden.

In der zweiten Staffel ist mir aufgefallen, dass die Einstellungen und Kameraführung doch unterschiedlich zum Beginn ist. Sie sind vielfältiger, experimentierfreudiger und zeigen damit eine andere Dynamik. Auch aus der Schwierigkeit, die Quoten für eine Fortsetzung zu erfüllen, dürfte hier in der ersten Staffel zu konservativeren Mitteln geführt haben. Die Geschichten der Fälle, die die beiden erarbeiten sind gut und bewegen sich auf einem doch recht hohen Niveau.

Nach meiner Einschätzung würde ich mal sagen, dass sich „Life“ durch die Aufklärungsarbeit einer Ermordung einer Familie nach 12 Jahren eine Spannung erhält, die auf die „Beziehungskiste“ zwischen den Protagonisten verzichten kann. Dieser durchgehende Handlungsstrang ist bei „The Mentalist“ und „Castle“ bei weitem nicht so vordergründig und straff durchgezogen. Wenn Patrick Jane der Hochglanz-Berater und Richard Castle der altmodische Krimiauthor ist, dann bewegt sich Charlie Crews dazwischen: ein ähnlich persönliches Motiv wie Jane und ähnlich fantasievolle Geschichten wie Castle.

Schade, dass es nur für 2 Staffeln reichte. Auch wenn ich das Ende noch nicht gesehen habe, sind aus den vergangenen Folgen genug offene Fäden für einen weiteren Ausbau vorhanden.

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4 Gedanken zu “It’s my „Life“…

  1. Ich musste tatsächlich sofort an den Alban Song denken Hyde 😉 Danke für den Tipp, ich hab eh grad Serienmangel , werde mal schauen ob ich die Serie im Verleihshop bekomme

  2. hi spanksen

    hab mir heute die letzten folgen gegeben – war ok, aber wie schon geschrieben, eine 3te staffel wär noch drin gewesen. leider….

    viel spass beim schaun, ich hatte ihn 🙂

    grüsse in den norden,
    h.

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