Der König von New York

Stell dir vor, ein König kommt nach New York und keiner merkt es. Das beschreibt in etwa die Situation von König Artus, der sich im modernen New York wiederfindet und in einer Prachtrüstung durch die Gegend läuft. Die Idee von Peter David, die Artussage in die aktuelle Zeit zu holen und Artus für das Amt des Bürgermeisters kandidieren zu lassen ist gut. Nicht unbedingt originell, aber gut.

Wie er im Vorwort anmerkt, ist die Grundlage für den Roman ein Drehbuch und Peter David merkt auch an, der geneigte Leser möge verzeihen, dass bei dem Buch die visuelle Umsetzung ein Thema war und möglicherweise durchscheint. Ich selbst bin ein visueller Typ und ich hätte diesen Umstand beim Lesen ohne diesen Hinweis nicht bemerkt. Auffällig hingegen ist die Lockerheit, mit der David seine Geschichte vorantreibt. Es lässt sich dementsprechend flüssig lesen, ist auch gut übersetzt und stockt kaum durch lange Sätze oder oftmaligen Gebrauch von Fremdwörtern.

Damit sind wir auch schon direkt bei der Kritik: einfach zu lesen, ist auch die Geschichte kaum von überraschenden Wendungen geprägt. Es hilft, wenn man die Artus Sage kennt, wenn nicht, entgeht einem höchstens der eine oder andere Hinweis. Ein Buch, das sich für den Strand oder Pool anbietet, keines, das lange im Gedächtnis bleibt. Gut handwerklich umgesetzt ist „Wählt König Arthur!“ [link zu amazon] ein Sommerbuch ohne literarischen Anspruch.

Für Interessierte noch eine kurze Zusammenfassung des Inhalts:

Arthur findet sich im modernen New York wieder und trifft hier auf alte Bekannte: Merlin (der immer jünger wird und mittlerweile als 10-jähriger auftritt), Parzival (der sein Elend in Alkohol ertränkt), die Herrin vom See (übergibt ihm sein Schwert Excalibur), Gwenhwyfar (mit dem erfolglosen Schriftsteller Lance liiert) und natürlich seine Widersacher Lady Morgan (Halbschwester und Zauberin, die ihr ewiges Leben vor dem Fernseher verbringt) und Mordred (sein Sohn mit Morgan). Er kandidiert auf Merlins Anraten mal zum Bürgermeister und verwundert seine Wählerschaft immer wieder mit Aussagen, die auf mittelalterlichen Geschehnissen und Rechtsprechungen beruhen. Dabei scheint sich die Geschichte im Kampf gegen Morgan und Mordred zu wiederholen – zuviel sei hier nicht verraten.

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2 Gedanken zu “Der König von New York

  1. hi spanksen!

    ist auch ganz gut. habs am balkon in den letzten sonnigen tagen gelesen. seit dem wochenende ist es eher kalt und regnerisch….

    h.

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