Projektmanagementsünde 1 – persönliche Motivation

Mittlerweile ist es ein Jahr her, dass ich ein Projekt übernommen habe und schon vier Monate seit ich es wieder abgegeben habe. In der Nachbetrachtung konnte ich eine persönliche Liste an Todsünden identifizieren, die mir so manche Nacht den Schlaf raubten und schlussendlich den Ausschlag gaben, das Projekt abzugeben. Also beginne ich mal mit Thema Nr. 1 – die Motivation.

Beginne nie ein Projekt aus einer persönlichen Motivation heraus. Schon gar nicht mit dem Ziel es besser zu machen als in einem anderen Projekt – Projekte sind niemals vergleichbar, darum stirbt diese Motivation in den ersten drei Wochen.

Und dann stehst du da – mit leeren Händen und ohne Aussicht auf Erfolgserlebisse. Denn woran misst du dich nun?

Das war wohl der erste Fehler: nur aus persönlichen Motiven heraus ein solches Projekt zu übernehmen, weil man meint, man könnte das doch besser als so manch anderer, ist ein Fehler. Dazu passend: weder über Gehaltserhöhungen und/oder Nachfolgeaufgaben zu sprechen, ist sofort der Folgefehler daraus. Denn dann gäbe es ja ein Ziel, auf das es hinzuarbeiten gilt, wenn der persönliche Antrieb weg fällt.

Diese Einstellung führt zur späteren täglichen Frage „Warum tue ich mir das blos an?“, die natürlich keine Antwort mehr findet. Gäbe es ein konkretes Ziel, ist die Antwort: „Weil ich mir dann den Porsche kaufen kann.“, die nach der Bedürfnispyramide [link wiki] nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, aber dennoch ein Anreiz ist.

Ausserdem schafft eine solch persönliche Motivation einen enormen Eigendruck. Denn gemessen werden dann immer die eigenen Leistungen, aber an welcher Meßlatte? Natürlich an einer selbstdefinierten – und hier beisst sich die Katze in den Schwanz, denn wer kennt die Fehler und offenen Punkte am besten? Richtig: das Ego! Damit verfällt auch der schnell der letzte Rest an objektiver Beurteilung der eignen Leistung und der Druck, das perfekte Projekt (das es ja nicht gibt) abzuliefern steigt Tag für Tag, Fehler für Fehler. Teufelskreis? Klar doch und herzlich willkommen bei „der ersten Todsünde des Projektmanagements“.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Projektmanagementsünde 1 – persönliche Motivation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s