Projektmanagementsünde 3 – Finanzen

Stell dir vor, du planst etwas und diese Planung ändert sich. An und für sich kein Problem, möge man meinen, denn genau deshalb gibt es ein Projekt: plan, do, check, act – auch so eine feine kleine Methode, die fast jeder kennt, der sich im Projektumfeld befindet. Und wenn der „check“ ein „act“ erfordert, dann kommt es zur Anpassung von Planungen.

Nicht so bei einer strikten Budget Planung. Gib genau den Betrag aus, der Monate vor dem Projektbeginn für diesen Zeitraum geplant wurde. Ohne den Scope zu kennen, ohne das Projektteam zu kennen, ohne detaillierte Vorgehensweise und Planung. Hauptsache die Zahlen passen. Damit dieser Beitrag zum Thema „Todsünde“ passt und nicht in die Kategorie „Hellsehen“ wandert, ergibt sich aus einer solchen Haltung ein Problem:

Sage niemals, dass du einen Puffer geplant hast. Dein Budget ist bis auf den letzten Cent vom ersten Finanzplan an ausgebucht und verplant. Gibst du zu, dass du verantwortungsvoll genug bist, 20% deines Geldes für unvorhergesehene (aber sicher eintretende) Sonderfälle reserviert zu haben, wird es dir spätestens am Jahresende abgenommen. Egal, ob es bereits für dein Projekt freigegeben wurde oder nicht.

Niemals das Wort „Puffer“ in den Mund nehmen. Nie. Große, fette Todsünde. So schnell bist du bis zu 20% deines Budgets los, so schnell kannst du „verantwortliche Planung“ gar nicht aussprechen. Interessanterweise gilt das nur für Zahlen, die ein Euro Zeichen dahinter stehen haben. Denn eine Diskussion über Zahlen, die Personentage an Aufwand beziffern, werden permanent von allen möglichen und unmöglichen Menschen in Frage gestellt: dauert das wirklich so lange, das ist doch nicht eine so große Änderung, das kann ja nicht sein!

Hauptsache, der Euro stimmt auf jeden Cent genau nach einer Ausgabenplanung, die völlig aus der Luft gegriffen wurde, da niemand, wirklich niemand (ich war dabei) daran dachte, wie das Projekt ablaufen würde. Schon gar nicht wurden Zeiten intensiver Entwicklungsarbeit oder Testschwerpunkte berücksichtigt. Denn einfacher als nach dieser Formel geht es nicht: Projektbudget (€) / Projektdauer (m) = monatliche Ausgaben.

Daran ist nichts zu rütteln, sondern so muss es sein. Alles andere ist Schmafu und kann nicht so schön kontrolliert werden. Ja, sozusagen ist alles andere verantwortungslos!

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3 Gedanken zu “Projektmanagementsünde 3 – Finanzen

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