„Poison“

… sang Alice Cooper bereits 1989 und ist sicher einer der bekanntesten Songs des geschminkten Rock Opas. Aber darum geht es nicht. Am Wochenende las ich das Buch „Poison“ von Chris Wooding [link wikipedia] und ob der liebevollen Schilderung der etwas vorhersehbaren Geschichte fand ich die Lektüre sehr angenehm und flüssig zu lesen.

An und für sich handelt es sich bei „Poison“ um ein Jugendbuch, das vom Aufbruch eines Mädchens namens Poison berichtet, das loszieht, seine Schwester aus den Fängen der Elfen zu befreien. Die hintergründige Botschaft im Buch bezieht sich einerseits auf „sei mutig und triff deine eigenen Entscheidungen“ als auch „finde deine Rolle im Leben, damit du glücklich werden kannst“ – also klassische Themen der Jugendliteratur.

Wooding verpackt die Suche nach dem Sinn im Leben in eine abenteuerliche Suche nach der Schwester, natürlich begleitet von guten Freunden, die in den Krisensituationen helfen und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dabei sind die jeweiligen Figuren liebevoll modelliert und durchaus mit Hintergrundgeschichten ausgestattet (eine Tatsache, die dem Ende nicht unbedingt entspricht, ihm aber auch nicht im Wege steht oder widerspricht). Dabei mischt der Autor Elemente aus der High Phantasie wie Elfen, Trolle, Zwerge usw., nimmt aber auch viele Teile und Bruchstücke von Märchen auf.

Gerade mit den märchenhaften Teilen wird die Geschichte vorangetrieben aber auch insofern verwebt, als dass sich die Märchen, die das Mädchen kennt, in der eine oder anderen Art und Weise manifestieren. Diese Märchen werden nicht alle im Detail ausgeführt, sondern angedeutet, angerissen oder nur in Splittern genannt. Dennoch scheinen sie nicht nur in der Gechichtenwelt zu existieren, sondern auch dem Leser/der Leserin bekannt vorkommen.

Nebst diesen literarischen Referenzen kommen auch Stilelemente aus anderen Genres zum Einsatz: so finden sich Steam Punk Maschinen in der ersten Stadt, die Poison ausserhalb ihrer Heimat betritt und ihr Begleiter Bram erinnert mehr an eine Mischung aus Indiana Jones (tiefer Hut mit Krempe) und einem Privatdetektiv (eine Art Trenchcoat als Mantel). Doch diese und andere Anleihen aus bekannten Werken fügen sich zu einem durchaus stimmigen Werk zusammen, das nicht nur als Jugendbuch sondern auch als gute märchenhafte Unterhaltung ein Vergnügen ist.

Wer hingegen eine weitläufige, dichte Spannung über mehrere tausend Seiten wie sie Abercrombie in der Klingentrilogie [link zum alten Blogeintrag] ausarbeitet, erwartet, wird enttäuscht sein. Es ist auch nicht der humorige Ansatz der Pratchett Scheibenwelt oder eine reine High Fantasy Arbeit wie die Ork-/Elfen-/Zwergeschinken in den Buchregalen sondern mehr ein leiseres Wispern der Märchenfee für eine kurzweilige Unterhaltung zwischendurch. Ich konnte das Buch im Abverkauf erwerben und das war gut so – ob es die knapp 17€ im Hardcover wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Bei amazon [link amazon] darf man auch ins Buch schauen und den klassischen Beginn lesen:

Es war einmal ein junges Mädchen names Poison, das in einem finsteren Sumpf lebte.

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