Endzeitstimmung und ein Buch

Das sind die Hauptbestandteile des Films „The Book of Eli“. Gerade die düstere, in Brauntönen gefärbte Welt nach einem Krieg mit apokalytischen Ausmass prägt die Eindrücke. Sandige Weiten und verlassene Bauten dominieren die Landschaften, Strassen schneiden wie Kerben durch ebendiese und nur selten trifft der Held auf andere Personen. Diese sind ihm in der Welt der Rohstoffknappheit und des Wasser-/Nahrungsmangels nicht gerade wohl gesonnen.

Doch eine Mission treibt den Protagonisten durch diese Lande, eine Mission, die sich im Laufe der Geschichte als innerer Auftrag, als Lebensaufgabe herausstellt. Irgendwo im Westen liegt das Ziel, hinter dem Horizont unter der grellen Sonne, die die Menschen dazu zwingt, im Freien Sonnenbrillen zu tragen oder zu erblinden.

Wenig ist über den Krieg bekannt, der das Anlitz der Erde dermassen verunstaltete und noch weniger wird von den Überlebenden berichtet. Sie kämpfen Tag für Tag um ihr Überleben, das aufgrund von frischem Wasser nur an wenigen Orten sowas wie Siedlungen zulässt. Eine dieser Ansammlungen und bewohnten Häusern ist in der Hand des skrupellosen Gegenspielers unseres Helden. Wie immer brilliert Gary Oldman in der Darstellung des Bösewichts, der nichts ausläßt, um Denzel Washington das Leben schwer zu machen.

Tatsächlich geht es um ein Buch, ein Buch der Kirche, eine Bibel. Das wird schon relativ bald im Film klar, da Eli täglich in diesem Buch liest und bei den wenigen Dialogen immer wieder Stellen aus der Bibel rezitiert. Carnegie, sein Widerpart sieht in der Bibel ein Instrument der Macht, ein Werkzeug, Menschen zu manipulieren und zu steuern. Nach dem großen Krieg scheinen aber die meisten Bücher verloren oder vernichtet zu sein und deshalb schreckt Carnegie nicht davor zurück, seine Handlanger auszusenden und Menschen für Bücher zu ermorden.

Eli weiß sich jedoch zu wehren und vor dem Showdown driftet die Geschichte etwas ins Absurde ab, als sich die beiden auf dem Grundstück eines alten Paares inmitten einer Wüste gegenüberstehen. Als weiblicher Aufputz und Nebenrolle darf sich Mila Kunis auf die Seite von Denzel Washington begeben und ihn bei seinem Abenteuer begleiten.

Der Film gefällt als düsterer Abgesang auf die menschliche Zivilistation und stellt die Bibel als moralische Instanz, die verloren ist in den – unsichtbaren – Mittelpunkt, um den sich die gute und die böse Seite streiten. Das Setting ist absolut gelungen, die schauspielerische Leistung ist angemessen, Gary Oldman sticht durch seine Verkörperung des skrupellosen Machthabers hervor während Denzel Washington in der Rolle des predigenden Wanderers oder wanderenden Predigers etwas eingeschränkt wirkt.

Der Soundtrack ist hervorragend von Atticus Ross an die Bilder angepasst und verbreitet die richtige Stimmung, die von nur wenigen bekannten Nummern aufge- und durchbrochen wird – aber niemals aufdringlich sondern untermalend und begleitend.

Für mich persönlich war der Film eine positive Überraschung, sind die Kritiken auf Amazon ja nicht so besonders gut ausgefallen, doch hat er gut unterhalten und auch das Ende ist nicht der große Überkracher sondern passt zu der eher ruhigen Stimmung der Verlassenheit und der leeren Welt.

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2 Gedanken zu “Endzeitstimmung und ein Buch

  1. Ja, ich war auch verdammt positiv von dem Film überrascht, die Optik und die Stimmung waren grandios. Und Mila Kunis….lecker 😉

  2. hi spanksen!

    yo – mir wäre der film im kinoprogramm gar nicht aufgefallen und dann stehe ich beim „bin-doch-nicht-blöd“ markt und da liegt er. also mitgenommen, da schon verbilligt und siehe da: gar nicht so übel…

    h.

    ps: willkommen zurück 😉

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