Der Hexer und das Drachenzeitalter

Nach dem schwierigen Einstieg, in dem der Funke so gar nicht überspringen wollte [link zum alten Beitrag], hab ich nun doch wieder begonnen, Dragon Age II zu spielen. Wie es dazu kam? Nun, gehen wir ein paar Monate zurück: „Dragon Age“ ist durch, die Erweiterung „Awakening“ detto, der „Witcher“ liegt herum und Teil 2 von DA ist vorbestellt. Dann trudelt das Teil ein, ich beginne den Demoteil nochmals zu spielen, bin enttäuscht und beginne den „Witcher“ zu spielen. Teil 1 wohlgemerkt.  Was für ein Unterschied – bis ich frustiert den Witcher liegen lasse, weil ich an irgendeiner Stelle ein paar mal sterbe und keine Chance sehe, weiter zu kommen. Aber mal den 2ten Teil des Hexers mitgenommen und eingetaucht in Temerien [link zum älteren Beitrag].

Ähnlich wie im ersten Teil komme ich an einen Punkt an dem es heißt: sterben. Laden, anderen Weg probieren, sterben. Laden, andere Tränke/Waffen/sonstiges, sterben. „Frust kommt auf, denn der Bus kommt nicht.“ tönt Peter Fox aus den Boxen. Apropos Boxen – also Boxenstopp und fliegender Spielewechsel. Der Blick fällt auf „Dragon Age II“. DVD rein, laden und los.

Diesmal eine Schurkin und da ein gewisser Potter von den Plakatwänden grinst, heisst die gute Dame auch sehr schnell „Hermine“. Hermi Hawke, ein epischer Name, den sich Kirkwall gleich mal auf die Stadtmauern ritzen sollte! Also, was geht diesmal ab? Nochmals den Demoinhalt *gähn* und wieder in die Stadt. Kommt mir doch bekannt vor. Nach dem mühsamen Einstieg wird es aber dieses Mal besser, es füllt sich das Questlog, aber die Begeisterung von Teil 1 – Pustekuchen! Schwamm drüber und weiter gehts.

Tatsächlich offenbaren sich die Schwächen erneut in voller Wucht: die Level, die ganze Welt ist schlauchartig, kein Ausbrechen, keine entdeckenswerten anderen Wege. Klar vorgezeichnete Schritte ohne Sidestep, geschweige denn ein Sidekick, der mir das Gefühl geben würde: aha! Was für eine Wendung, was für eine Überraschung! Klar, in manchen Gefährtengeschichten gibt es Wendungen wie auf der Glocknerstrasse, aber wirklich überraschend kommt nichts.

Die Idee, das Spiel in eine nacherzählte Geschichte zu packen, die Varric der Zwerg erzählt, nimmt noch mehr von kaum vorhandenen Gefühl der Entscheidungsfreiheit weg. Was soll ich als Hauptdarsteller ändern, wenn das Ende der Legende vorgezeichnet ist. Diese Einschränkung zieht sich durch alle Ebenen des Spieldesigns: ich darf meine Gefährten gerade mal mit Schmuck und Waffen ausstatten, keine Rüstungen. Ich besuche im ersten Akt dreimal Höhlen, die immer gleich aufgebaut sind. Ich darf mir nicht aussuchen, wem ich nun ein Geschenk mache  – die sind im Gegensatz zu Teil 1 in die Gefährtenquests eingebaut und nicht mehr frei verschenkbar. Ich darf bekannte Gebiete wie die „Tiefen Wege“ besuchen, aber war das im Vorgänger eine unheimliche, langwierige und gefährliche Aufgabe, ist dieser Teil in einer Stunde abgeschlossen. Was habe ich in „Origins“ Respekt vor den Tiefen Wegen gehabt! Jeden Schritt geplant, jede Weggabelung gespeichert und das über mehrere Abende hindurch. Hier nun: rein, raus. Schatz mitnehmen, danke, fertig.

Gibt es denn gar nichts Gutes? Ein paar Dinge sind schon besser gelöst: Die Einbindung der Gefährten in die Dialogoptionen ist viel besser gelungen. Vor allem der schurkische Zwerg hat immer eine unglaublich geflunkerte Geschichte auf Lager, die ihm der Gesprächspartner ohne weiteres abkauft. Oder er legt den Bösewicht mit seiner Armbrust einfach um. Auch gut.

Die Grafik ist gut gelungen, da haben die Designer noch ein Schäufchen nachgelegt, auch wenn es mit den aktuellen Treibern von nVidia bei den DirectX 11 Optionen massive Probleme gibt. Also runter auf DirectX9 und geht schon wieder.  Auch die Idee, den Gefährten eigenen Häuser und Aufenthaltsorte zu spendieren, ist die besser Option als sie wie angewurzelt in einem Lager zu halten. Das vermittelt dann doch zumindest den Anschein, als hätten sie ein eigenes „Leben“.

Wirklich gepackt hat mich das Spiel nicht. Es ist aber nach einigen Stunden soweit gediegen, dass ich zumindest wissen will, wie es weiter geht. Ein solides Game, das aber durch die Einschränkungen mich soweit gebracht hat, dass ich die „Elder Scrolls IV Oblivion“ DVD suche, um wieder in eine offene, weite Welt einzutauchen, in der ich alle Bewegungsfreiheiten habe, die mir in „Dragon Age II“ abgehen.

Und dann – dann kommt auch wieder die Zeit des Hexers. Ich vermute mal, dass dies der Fall sein wird, wenn „Oblivion“ seinen heiss ersehnten Nachfolger „Skyrim“ bekommt. Dann würde sich das Muster wiederholen und der Kreis sich schliessen.

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4 Gedanken zu “Der Hexer und das Drachenzeitalter

  1. Ich hab nur mal kurz die Demo angeockt, die war mir insgesamt zu Action lastig, freu mich auf Skyrim, die Drachentrailer sehen super aus!!!

  2. hi spanksen!

    jop – dragon age ist sehr actionlastig geworden – schlauchlevel unterbrochen von cutscenes ersetzen kein RolePlay 🙂
    aber skyrim ist mal ein heisses eisen im herbst. da kommt ein oblivion reloaded ganz gut!

    grüße aus dem kalten wien,
    h.

  3. hi spanksen!

    heute morgen war es tw. nass und kalt bei unter 20 grad.
    aber als es zuletzt im sommer so bescheiden regnerisch war, gab es einen tollen herbst. und kärnten hat sowieso besseres wetter (sagen zumindest die kärntnerinnen).

    bis dann
    h.

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