Das verlorene Symbol

von Dan Brown [link zu amazon.de].

Nach „Sakrileg – Der DaVinci Code“ und „Illuminati“ packt Dan Brown also wieder Prof. Robert Langdon aus und schickt ihn auf die Reise, ein geheimes Geheimnis zu lüften. Dieses Mal darf der Symbologe in seiner Heimat, den USA und deren Hauptstadt Washington die Spur aufnehmen, die wie in den vohergehenden Bänden quer durch eine Stadt (Paris, Rom) führt, eine Frau an seiner Seite hetzt er also von Schauplatz zu Schauplatz um Leben zu retten und Codes zu entschlüsseln.

Schnell wird auf den ersten Seiten klar: Dan Brown wiederholt sein erfolgreiches Muster mit den üblichen Verdächtigen (Freimaurer, Geheimgesellschaften und religösen Symbolen) erneut. Dies wird durch die bekannten Cliffhänger am Ende eines Kapitel genauso deutlich wie durch den Aufbau der verschlüsselten Rätsel, die sich der Zahlenmystik in Verbindung mit Kunstgeschichte manifestieren. Selbst die Gegenspieler ähneln einander in Geisteshaltung, Moral und Motivation.

Wem also die beiden Vorgänger gefallen haben, der wird auch im „Verlorenen Symbol“ gut unterhalten werden, trotz der fehlenden Abwechslung und gebetsmühlenartigen Wiederholung von Stücken aus den anderen Büchern. Mich erinnert es ein wenig an den x-ten Klon von Tolkiens Welt, wobei in der Fantasy Literatur zumeist das Setting, die Welt und die Quest abgeändert wird und in verschiedensten Spielarten variiert wird. Doch ein Autor bleibt natürlich bei seinen Leisten – vor allem, wenn damit der programmierte Bestseller am Ende das Licht der Welt erblickt und die Filmrechte bereits verkauft sind.

Wunderbar zusammengefasst hat das Leseerlebnis ein gewisser „IronCrane „Ex-Ishmael““ in den Rezensionen bei Amazon: „Der „Big Mac“ ist Fastfood, auf das man sich – in welchem Sinne auch immer – verlassen kann: Man weiß, was einen erwartet und hat – möglicherweise – manchmal einfach Lust darauf, selbst wenn man – womöglich – nicht ganz satt davon wird. Das ist – zumindest für mich – eine recht passende Allegorie auf Dan Browns Romanschaffen.“ Wer mit Erwartungen an philosophisch – literarischer Unterhaltung an ein solches Buch geht, kann nur tief enttäuscht werden. Aber für einen kurzen Lesegenuss reicht es allemal, auch wenn der Hunger nach ein paar Tagen wieder da ist.

Eines erspart Dan Brown seinen LeserInnen auf jeden Fall: eine intensive Beschäftigung mit dem zentralen Thema und eine emotionale Achterbahn bei der individuellen Betrachtung des Gelesenen in Relation zur eigenen Welterfahrung. Abgesehen davon, dass der Stoff wie für eine Verfilmung geschaffen ist (dürfte vor allem in den Staaten gut ankommen), hatte ich bereits nach den ersten Zeilen das Gesicht von Tom Hanks vor mir, wie er mit dem formatfüllenden betroffenen Gesichtsausdruck feststellt, dass seine Reise nach Washington nicht dem erwarteten Auftrag entspricht sondern in ein Abenteuer führt, das auch die Hauptperson ein ums andere Mal in seine eigene Vergangenheit zu senden scheint.

Kurzes Fazit: gutes Urlaubsbuch ohne großartige Überraschung, gespickt mit solider Unterhaltung, die bei Interesse an der Freimaurerei selten eine Begeisterung durch exklusive Einblicke zu schüren vermag. Gute Rätselkombinationen und solide Handwerkskunst aus dem Hause Brown/Langdon.

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