Knochenjagd

Seit letztem Wochenende rotieren die DVDs von „Bones – Die Knochenjägerin“ Staffel 1 im DVD Player. Nachdem die Serie einen fixen Platz in den deutschen Kabelkanälen gefunden hat, war es an der Zeit, das Angebot von nicht mal 20€ für die Staffel zu nutzen und zu zulangen.

 Beim Einschalten fällt gleich mal die Melodie des Themes im Hauptmenü auf, das scheinbar von „Alias – Die Agentin“ [link zur Wikipedia] inspiriert scheint. Die Titel sind schlicht nach dem Muster „Die Frau im Teich“ oder „Der Mann im Jeep“ aufgebaut.

Worum es eigentlich geht? Vordergründig um die Lösung von Mordfällen durch das FBI, verkörpert durch den Special Agent Seely Booth, der früher in der Armee als Scharfschütze diente und bei der Jagd nach dem Mörder von Dr. Temperance Brennan unterstützt wird. Sie leitet ein Team von unterschiedlichen Spezialisten am Jeffersonian Institute und wird als etwas entrückte Wissenschaftlerin dargestellt, die von den populärkulturellen Kontext ausgegrenzt ist. Somit kennt sie weder Darsteller von TV Shows oder Musiker, die in den Charts vertreten sind.

Hintergründig läuft natürlich das Spiel der Spannung zwischen den Persönlichkeiten und Charakteren von Booth und Brennan, die einander durch verschiedene Ansichten und Herkunftshistorien ergänzen. Die neckischen Dialoge als „Situationskomik“ zu bezeichnen, ist zu hoch gegriffen, jedoch entbehren die Missverständnisse und das „aneinander-vorbeireden“ nicht eines gewissen Wortwitzes, der das Thema von Autopsie und Forensik auflockert. So steckt Brennan meist in ihrem wissenschaftlichen Diskurs, den gerade noch ihre Mitarbeiter nachvollziehen können und Booth kann sich kaum aus der Umklammerung der patriotischen Militärwelt lösen.

Dr. Brennan, auch „Bones“ genannt, ist bei den Fällen des FBI für die Knochenarbeit zuständig. Sprich, sie analysiert Gebeine, Fragmente, Asche und was sich sonst noch im Umfeld der Leiche findet. Ihre Vorgangsweise ist betont analytisch und wissenschaftlich gezeichnet, was nicht logisch erklärbar ist, ist kein Beweis. Booth hingegen ist für die zwischenmenschlichen Töne und Nuancen zuständig, er führt die Befragungen und Verhöre und spinnt des öfteren einen Tathergang aus seiner subjetiven Sichtweise zusammen.

Auflockerung bringen auch Dr. Jack Hodgins, der eigentlich den „Dreck“ der Leichen analysiert und sich für Maden, Würmer und anders Getier interessiert, der Assistent Zack Addy, ein Genie, das dem gängigen Vorurteilen eines Nerds nachempfunden wurde und die Künstlerin Angela Montenegro, die durch ihre Software Knochen mit Fleisch und Gesicht versehen kann, ins Spiel. Diese drei haben jeweils ihre eigenen Spleens, die sich durch die einzelnen Folgen ziehen und zusätzlich für Spannung zwischen den Protagonisten sorgen.

Damit entsteht ein Set, das wie eine Mischung aus den klassischen Kriminalserien mit 2 unterschiedlichen Partnern und einem Team aus zB. CSI anmutet. Eine durchaus interessante Kombination, die den Nachteil mit sich bringt, dass für die einzelnen Folgen mehr Zeit in die zwischenmenschlichen Dialoge investiert wird und weniger in die tatsächliche Mördersuche. Dadurch erhält „Bones – Die Knochenjägerin“ fast mehr den Anstrich einer Soap als die einer Detektivserie.

Persönlich kann ich dieser Mischung doch einiges abgewinnen, manche Folgen sind besser als andere (vor allem meine ich, dass die an ungewöhnlichen Orten angesiedelten Teile besser inszeniert sind) und wurde gerade von der aussergewöhnlichen Wendung gegen Ende der Staffel überrascht. Da steckt noch jede Menge Potential in den weiteren Teilen – mal sehen, ob das durchwegs hohe Level in Zukunft gehalten werden kann.

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4 Gedanken zu “Knochenjagd

  1. Hört sich interessant an, bin aber grad mit Spartacus, Game of Thrones, Californication und Walking Dead Serientechnisch mehr als gut bedient 😉

  2. hi spanksen.

    „game of thrones“ ist schon auf meiner liste. lese gerade den ersten feuer und eisl roman. californication staffel 1 liegt hier irgendwo rum.

    walking dead geht gerade in die nächste runde hab ich gelesen, zombies sind aber nicht ganz meins.

    bei bones ist es wie bei anderen beziehungsstaffeln – am besten von beginn anfangen.

    h.

  3. hi spanksen…

    danke auf jeden fall für den tipp – die serie wird ja überall in den himmel gelobt! scheint also was dran zu sein. was fasziniert dich? die story? die technische machart? oder ist das schwer zu beschreiben?

    h.

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