Zukunftsvisionen

Derzeit taucht immer wieder ein Video auf, in dem Microsoft zeigt, wie wir künftig mit Computern interagieren, wie wir mit anderen Menschen kommunizieren und wie sich Technik auf unseren Alltag auswirken wird. Das Szenario spielt sich in einer sterilen Welt ab, in der die Personen in den Hintergrund treten und Devices, Anzeigen und Screens im Vordergrund stehen.

Mir ist beim Betrachten aufgefallen, dass hier kaum eine Vision gezeigt wird, die derzeit nicht realisierbar ist. All die Gesten und Touchscreens, die nahtlose Übertragung von Daten zwischen Systemen ist nichts neues. Wir finden diese Elemente bei Apple Geräten, bei Android Apps und auch bei Microsoft Produkten. Einzig der Kühlschrank mit seiner Anzeigefläche hat mich überrascht.

Ein Artikel zu diesem Video bemängelt viel mehr und detaillierter die Reduktion der Interaktion auf einen einzigen menschlichen Finger: http://worrydream.com/ABriefRantOnTheFutureOfInteractionDesign/

Der Autor beschreibt sehr gut und anschaulich, dass Hände ein Werkzeug sind, das mehr kann als nur Wisch-Gesten. Hände spüren, fühlen und erschaffen. Leider geht er nicht soweit, dass er Möglichkeiten aufzeigt – diese werden jedoch in den Kommentaren und Feedback zum Artikel behandelt. Auch dort läuft es bei der Diskussion vielmehr auf haptische Elemente hinaus, da ohne diese kein Gestalten im Sinne von erfassbarere Kreation machbar ist.

Einen Schritt in die haptische Erfahrung, die jedoch bei weiten nicht an die angedachten Möglichkeiten heran kommt, aber ein wesentlich innovativeres Element als die Microsoft Vision beinhält, ist das Konzept von Nokia: ein flexibles Devices, das den Touchscreen in eine dritte Dimension erweitert und durch Gesichtserkennung kombiniert mit Gefühlsindikatioren eine weitere Ebene der Darstellung bietet.

Beide Videos erinnern mich an einen Roman von Neal Stephenson: Diamond Age – hier wird die Kindeserziehung und die Wissenarbeit durch ein Buch erledigt, das mit sensorischen Elementen ausgestattet ist, in einem weltweiten Netzwerk integriert und als Lehrer, Elternteil und Begleiter fungiert. Wer noch kein Weihnachtgeschenk für einen technisch Interessierten hat, ist dies ein Tipp von mir. Bemerkenswert dazu ist, das der Roman bereits 1995 entstand. Also mehr als ein Jahrzehnt vor dem ersten iPad.

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