Ultra Fu**ers!

Ursprünglich wurde ich auf das Buch in einer „Ansichtssache“ im online Standard [link] aufmerksam. Dort als Werk der „Bizarro Literatur“ gelistet und auch bei Amazon so benannt, dachte ich einfach, das probiere ich doch mal aus. Zusätzlich reizte mich die Aussage des Autors, er spare an Worten, soweit dies möglich ist, anstelle seine Geschichte aufzublasen und somit einen dicken Wälzer abzugeben.

Nach zwei S-Bahnfahrten kann ich nun ein Resumee ziehen: Kurz ist es, wahrlich. Zu kurz? Nein, das sicher nicht. Die Geschichte beginnt recht ok, mit einem Protagonisten, der seine Freundin zu einem Dinnerevent ihres Chefs begleitet und in eine Siedlung gelangt, in der ein Haus dem anderen gleicht. Soweit so gut. Dann setzt die bizarre Geschichte ein, die eigentlich gut aufgebaut ist. Vor allem die letzten Sätze eines Kapitels lassen immer erahnen, in welchem Zwiespalt und Dilemma der Held verstrickt ist.

„Ultra Fuckers“ gelingt es trotz der Reduktion auf das Wesentliche nicht, mir eine spannende Geschichte zu erzählen. Der Handlungsstrang ist weniger bizarr als die Gestalten, die jedoch nicht genug ausgeformt sind, um sich von der absurden Welt abzusetzten. Dadurch wirkt das Büchlein zwar rund und gefällig, doch viel zu „brav“ und „glattgebügelt“. Daran ändern auch die Geschöpfe nichts, deren Handlungen weder besonders kreativ noch aussergewöhnlich sind.

Schade – hier hat Carlton Mellick III eine großartige Chance vergeben, eine Geschichte aufzubauen, welche seinem einzigartigen Namen gerecht würde. Das Werk an sich ist meiner Meinung nicht absonderlich genug, um dem Genre der „Bizarro Fiction“  Genüge zu tun. Da sind so manch „real life“ Romane phantasievoller und brechen viel mehr aus dem Alltag des Realen aus – ich denke hier besonders an Bücher wie „Fear and Loathing in Las Vegas“ oder die klassischen Erzählungen von Kafka – dies als Vergleich: wo Kafka düster und verzweifelt ist, weil die Welt nicht mehr den gewohnten Gesetzmäßigkeiten folgt, so wirkt „Ultra Fuckers“ wie ein gekacheltes Badezimmer ohne tiefere Dimension des „er-„Lebens.

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2 Gedanken zu “Ultra Fu**ers!

  1. hi spanksen!

    jop – hatte mir auch mehr erwartet. das büchlein ist sehr liebevoll gestaltet und herausgegeben, also an dieser qualität scheitert es nicht… doch die geschichte ist dann doch ein wenig dürftig.

    grüße in den norden
    h.

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