Es ist Valentinstag

Der 14.2. ist nun ein paar Tage her, aber bereits Anfang Dezember ist bei mir im Bücherregal Valentinszeit.  Trotz der offensichtlichen Anspielungen auf Vampir- bzw. Gothic Welle sind die Romane der Reihe „Dante Valentine“ von der Autorin „Lilith Saintcrow“ [sic!] durchaus unterhaltsam.  Die Amerikanerin schafft in den ersten paar Folgen der Reihe eine detailreiche und persistente Welt in einer möglichen Zukunft oder parallelen, der Realität angelehnten Dimension. Doch der Reihe nach.

Worum geht es eigentlich?

Mrs. Dante Valentine, von Freunden Danny genannt, ist eine Nekromantin, die sich als Kopfgeldjägerin ein Vermögen machen will. Mit ihren Fähigkeiten kann sie mit den Toten kommunizieren, sie kurzzeitig ins Leben zurück holen und danach wieder über die Brücke in die ewige Dunkelheit geleiten. Doch Danny reichen diese Aufträge nicht, sondern sie verdingt sich als Jägerin, die mit Plasmawaffen und Schwert bestückt, auf Menschen- und/oder Nichtmenschenjagd geht. Ihr Freundeskreis ist klein und eingeschränkt, sie ist frech, vorlaut, spontan und manchmal etwas versponnen. Ihre Schwächen zeigt sie nicht und die „ich“ Perspektive erlaubt so manchen Einblick in eine aufgewühlte Seele, die sich mit Kindeheitserinnerungen und -traumatas herumschlagen muss. Soweit so gut, ist die Figur sehr an typische Actionhelden angelehnt (mich erinnerte die Charakterdarstellung teilweise an Tom Clancys Heroen), doch die Autorin verleiht der Ausgestaltung ein wenig mehr Pfiff. Es tatsächlich Tiefe zu nennen, wäre absolut vermessen, doch es reicht für einen Sympathiebonus und eine gute, lebhafte Vorstellung der guten Dante.

Die Welt an sich ist, wie bereits angedeutet, in sich rund und logisch aufgebaut. Mir wäre kein grober Schnitzer aufgefallen, kein Riss in der Realität der Romane und erinnert mich an den typischen Plot einer alternativen Welt: Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten werden zusammen gesammelt, ausgebildet und lernen in Schulen mit ihren Begabungen umzugehen. Typischerweise lernt die Hauptdarstellerin keine „normalen“ Personen kennen, sondern verkehrt immer mit den Aussenseitern, den Paranomalos. Religionen existieren nicht mehr, es gibt jedoch eine Art Individualglaube, denn auch Dante mahr die Erfahrungen, mit dem Gott des Todes direkt sprechen zu dürfen. Dieser manifestiert sich jedoch für jeden Nekromanten in einer anderen Form und es scheint so, als ob dies auch für andere magische Wesen gilt. Von den restlichen Dingen der Welt stechen fliegende Gleiter hervor und postapokalyptische Staatenverbünde hervor. Auch hier gilt wie bei der Figurenausarbeitung, dass die Schöpferin handwerklich gut arbeiten, mit einigen Akzenten ein totales Abgleiten in die Klischeegrube vermeidet.

Interessant wird die Begegnung jedoch von Dante mit Luzifer persönlich, sowie die Bekanntschaft und Freundschaft (in weiterer Folge auch Romanze) mit einem Dämon names Japhrimel. Hier nutzt Saintcrow (die auch unter ihrem Namen Anna Beguine Bücher verfasst) die kreativen Freiräume, die eine Beschreibung von unmenschlichen Charakteren bieten, aus. Zwar nicht in das extrem verzerrte und abartige Wesentliche, das hier auch einen Platz hätte – klar, was über den menschlichen Verstand hinaus geht, gerät ins das absurde – sondern eher in eine Diskussion, ob für einen Dämon eine Wahrheit anders real sein kann als für einen Menschen. Ist der Teufel so menschlich, dass er verstehen kann, was den Menschen bewegt oder ist er so unmenschlich, dass ein Erdbewohner nur eine lästige Fliege ist. Natürlich liegt es der Autorin fern, die Fragen soweit zu beleuchten, dass es hier zu einer allzugroßen Abweichung eines Unterhaltungsplots kommt, aber sie deutet immer wieder das Potential eines derart gestalteten Diskurses an.

Fazit:

Mit Dante Valentine (deren ersten Band ich in einer Abverkaufskiste gefunden habe) liegt eine Buchreihe vor, die eine Mischung aus typisch flachen Actionromanen, angereichert mit Elementen der Gothiczene und Urban Fantasy vor. Unterhaltsam allemal bestechen die ersten drei Bände mit rascher Handlung und einem schnellen Plot, der jedoch nachvollziehbar in einer persistenten Welt den Leser in eine düster angehauchte aber dennoch interessante Zukunft entführt.

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