Unendliche Weiten

„Dunkle Wälder, verlorenen Ruinen,
Festen aus längst verlorenen Zeiten.
Erbe der Elfen, Knochen der Zwerge,
Vergessen, einsam auf stürmischen Gipfeln“

Langsam senke ich meine Laute und öffne meine Augen. Das Lagerfeuer in der Mitte des Raums knistert, die Gäste sind verstummt. Doch nicht mein Lied hat sie zum Schweigen gebracht, sondern die dunkle Gestalt in der Eingangstür. Ein Kaiserlicher, ein Soldat, entsandt aus der Hauptstadt in dieses Nest in den Norden, wo die Geheimdienste der Majestäten Revolutionäre von Ulrich Sturmmantel vermuten. Der Krieger tritt ein und sieht sich um. Die Nordmänner und Frauen regen sich nicht, die Blicke sind starr nach vorne gerichtet: auf den Becher, auf das Feuer, auf so manch schwielenbedeckte Hand. Aufmerksam sieht der Soldat in jedes Gesicht. Er sucht zweifellos jemanden. Ein Opfer? Einen Mörder? Ich blicke rasch zur Wirtin Syla, die hinter ihrer Theke steht und ihre Hände langsam unter dem Tresen bewegt. „Nein“ sagt mein Auge, „Nein“ denkt mein Verstand, „Nein“ schreit mein Herz, doch meine Lippen schweigen.

Der Kaiserliche nähert sich Eric, den Mann von Syla und plötzlich schwirrt ein Dolch durch die Luft. Im nächsten Moment steckt der kalte Stahl im Rücken des Soldaten und mit verwirrter Miene bricht er zusammen und krümmt sich am Boden. Eric schreit das Wort, das ich nicht sagen konnte „Nein“ und ein Tumult bricht los: die einen wollen so schnell wie möglich das Gasthaus verlassen, doch gleichzeitig drängen noch mehr kaiserliche Soldaten herein – die ersten haben bereits ihre Schwerter gezückt und töten diejenigen, die nah am Eingang stehen. Ich will zu meinem Bogen greifen, doch ich stolpere über einen Körper, der vor mir liegt und schlage auf den Boden. Ich verliere mein Bewusstsein und das letzte das ich sehe, ist eine zerbrochene Laute neben mir am Boden.

Als ich erwache, finde ich mich gefesselt auf einem Wagen, gemeinsam mit anderen Männern und Frauen. Sie bringen uns nach Helgen, zur Hinrichtung, so heißt es…

Wie es weiter geht? Nun, ich finde mich in einer gigantisch große Welt wieder, in der die Aufständischen gegen die kaiserliche Armee kämpft. Das ist der große Rahmen der Geschichte, daneben locken persönliche Quest, heimelige Häuser, Beziehungsgeschichten, Kochstellen, Schmieden und Ausbildungen zum Magier, Dieb, Mörder und Barde. Kinder wollen beschützt, gerettet und gerächt werden, Drachen bedrohen die Städte und Festungen, die sich gegen die Kälte und die Stürme von Himmelsrand wehren. Jarls verstricken sich in Machtkämpfe, Banditen ziehen plündernd durch die Dörfer und Priester flehen ihre Götter an. „Skyrim“ heisst das Spiel, das Bethesda im Rahmen der Elder Scroll Reihe im letzten Herbst veröffentlichte und Skyrim bedeutet stundenlanges Spielen, ein Eintauchen in eine andere Welt voller Magie und Schwerter. Manche meinen, die Welt sei zu groß, zu langweilig mit der Zeit.

Ich mag Skyrim  – ein Sandkasten zum Spielen, zum Erforschen und Erkunden. Verschiedene Quests lassen sich unterschiedlich lösen – bezahle ich dem Betrunkenen einen  Drink oder spendiere ich ihm ein Goldstück? Je nachdem geschehen unterschiedlichen Folgeereignisse. Ich mag es, zu Schleichen und aus der Dunkelheit heraus dem Gegner mit dem Bogen, den ich magisch erweitert habe, einen Pfeil in das Herz zu jagen. Dazu nehme ich meinen Begleiter mit, der mir hilft, die erbeuteten Stücke wieder zurück in die Stadt zu bringen, der auch ein Zimmer in meinem Haus hat.

Daneben wird die Geschichte in Büchern geschrieben, in den Quests erzählt, die aus historischen Tiefen heute noch nachwirken. So wie auch die Drachen, die wieder erwacht sind und den Himmel über Skyrim bevölkern. Spätestens da ist Schluss mit Schleichen – es ist die Zeit der Pfeilhagel, Flammenschwerter und schweren Rüstungen. Gerne komme ich für ein paar Stunden zurück und meine Dunkelelfe reist wieder durch die Lande, erzählt Geschichten und bekämpft dunkele Magier, reissende Bestien und grausame Banditen.

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3 Gedanken zu “Unendliche Weiten

  1. Hi!

    Also in kleinen Häppchen ist es absolut machbar 🙂 Homöopatisch nähere ich mich der Stufe 15… und drücke mich ein wenig vor dem nächsten „Boss“fight. Bin da in einer Höhle und die letzten Gegner haben mich beim erneuten Versuch einfach platt gemacht.

    h.

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