All or Nothing

Im Zuge von ACTA, SOAP etc. mehren sich die offenen Briefe der unterschiedlichen Gruppen und Interessensvertretungen zum Thema „Urheberrecht“ und Vermarktung von kreativen Inhalten im digitalen Umfeld. Grundsätzlich stehe ich auf dem Standpunkte, dass ich bezahle, was mir das Gekaufte wert ist. So lasse ich Filme und Spiele oftmals ein paar Monate links liegen, auch wenn ich mich bei der Release freue, um dann den Preis zu zahlen, den ich für ok erachte. Beispiel? „X Men – Erste Entscheidung“, von Kritikern und Publikum hochgelobt, die DVD um 20€? No way, schon wenige Wochen später um 15,- dann um 13,– und dann jetzt (nicht mal ein Jahr nach dem Kinostart) um 10,– – klarer Fall von Pflichtkauf.

Klar gibt es auch digitale Editionen (z.B. iTunes) aber tatsächlich ist mir der Kauf eines physischen Mediums lieber. Die DVD kann ich auch nach 3 Jahren nochmals ansehen, bei einem Stream ist diese Sicherheit nicht gegeben. Das ärgert mich, wenn ich eine Scheibe kaufe und dabei einen Code für einen Download oder Stream finde, denn dort findet sich bereits jetzt schon ein Ablaufdatum, ab wann der Inhalt (für den ich doch bezahlt habe) nicht mehr verfügbar sein wird. Dieses „Nutzungsrecht“ möchte ich gar nicht wahrnehmen. Genau aus diesem Grund besitze ich auch keinen Kindle oder ein ähnliches Gerät. Ein Buch auf Zeit zu kaufen und sich niemals sicher sein zu können, ob es morgen noch zum durchblättern zur Verfügung steht? Nein, danke – diese Revolution findet ohne mich statt. Umso mehr verwundert mich die Dreistigkeit von Händlern wie amazon.com diesen beschränkten Erwerb noch um teureres Geld anzubieten, als das gedruckte Werk.

Aus ähnlichen Gründen wie beschrieben, läuft auch auf meinem Rechner ein bittorrent Client. Spiele, die ich teilweise bereits 2 oder mehrmals gekauft habe (Originalspiel, Download Version und Heftbeigabe), funktionieren manchmal nicht mehr. Entweder die DVD ist abgängig (aber die Hülle mit Registrierungskey liegt vor) oder der Download ist nicht mehr (yahoo games, anyone?) oder die DVD wird vom Gerät nicht mehr erkannt (NfS Underground Teil 1). Da hilft dann ein beherzter Griff in die Untiefen des Netzes und meine „Privatkopie“ ist wieder hergestellt. Sorry, liebe Spieleindustrie, das kann gar nix. Plattformen wie „Steam“ machen das nicht unbedingt besser, denn bist du nicht online, kannst du nicht spielen (zumindest die Teile, die eine Verifizierung bei jedem Spielstart antriggern). Da bleib ich doch lieber bei der Unterstützung von Kickstarter Projekten, die einen digitalen oder physischen Zugang erlauben.

Ein weiterer Puzzlestein in den Mühlen der Contend Industrie Diskussionen sind die Filme und Übertragungen der Bezahlsender. Hier vermisse ich die Flexibilität und die Kundenfreundlichkeit, sich bestimmte Teile anzusehen und andere nicht. Sportpaket, Bundesliga Pakte und dann auch noch Kabelanschluss? Warum nicht einzelne Spiele oder einmal eine Konferenz der Premier League um1,99€? Warum nicht ein F1 Wochenendpass um 9,99€? Warum nicht ein [beliebiges Event einsetzen] um [angemessenen Betrag]? Wie es gehen kann, zeigen sport1.de oder auch Vermarktungsgesellschaften wie nfl.com oder motorgp.com (wobei bei letzteren auch wieder nur Pakete zu erwerben sind, bei sport1.de gab es die Rugby WM Spiel für Spiel). Oder sogar FreeStreams ala laola1.at, die die spanische Liga zeigen. Einfach so – ohne tausend WerbePopUps für semi-legale Kontaktbörsen. Das ist das, was ich mir wünsche. Hab ich ein freies Wochenende und ein Kracher wie BVB vs. Bayern München steht an, braucht es eine Plattform für den Stream, eine Abrechnung via amazon check out und erledigt. Kein Thema. Da bezahl ich doch gerne, weil ich dieser Unterhaltung Wert bei messe und nicht Spielfilme bekommen, die mir am Allerwertesten vorbei gehen.

Also liebe Content Menschen… macht was. Die Zukunft wird nicht auf euch warten, sie ist schon da. Nämlich in Form von Alternativen, die sich nicht eurer Kontrolle unterziehen und die sich selbst mit schlechter Qualität und nervigen Addons ins Aus stellen. Doch wenn ihr als Rechte Inhaber nicht bald auf diese Angebote reagiert, wird das jemand anderer machen. Und dann gibt es einen dominaten Anbieter wie iTunes, der euch die Regeln vorschreiben wird, wieviel vom Kuchen für euch übrig bleibt.

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