Schau mal, wer da hämmert!

Bevor es an den Action Kracher des Jahres names „Avengers“ geht, wollen auch die Einzelvorstellungen der Protagonisten gesehen werden. „Iron Man“ in zwei Teilen liegt schon seit geraumer Zeit gesehen und für gut befunden in der Kommode der Silberscheiben. Dann kam letzte Woche an einem Abend der Donnergott zum Zug: Thor!

Siehe da, ein großer, blonder Hüne nebst dunklehaarigem kleinen Brüderlein als Söhne des Odin in der mythischen Hauptstadt der Germanen, in Asgard, am Beginn gezeigt als Kinder, von denen bereits im Vorschulalter der Thor nach Krieg und Vernichtung fragt und sich freut, dass Papa einst die Eisriesen niederrang. Cut und ca. 20 Jahre später hat sich an dem Bild kaum etwas geändert: Der Blonde mit dem grossen Schuh, ähm dem großem Hammer  zieht los, um die Vernichtung der Eisriesen einzuläuten, nachdem zwei von ebendiesen in der Stadt der Asen gesehen wurden. Odin ist das gar nicht so recht und er verbannt den Thronfolger auf die Erde und sinkt alsbald in einem Götterschlummer, was Loki zum Anlass nimmt, sich die Krone aufzusetzen und ein bisschen herum zu mauscheln und meucheln.

Thor landet auf der Erde und los geht’s mit der klassischen Superhelden Geschichte: Unheil will gut gemacht werden, die Rückkehr soll möglich sein, eine Frau taucht auf und klaut ein Herz. Nix Neues im Westen also, ausser dass das F.B.I. nun S.H.I.E.L.D. heisst und nicht all zu grob sein darf, da ja der Thor irgendwann mit ihnen bei den Rächern mitspielen will. Was solls, wer einen tiefschürfenden existenzialistischen SchwarzWeiss Film erwartet hat, ist auf jeden Fall falsch: denn schon die Vorlage ist kein Satre sondern ein buntes kleines Heftchen, vor dem uns unsere Eltern immer gewarnt haben (was die Sache natürlich noch interessanter machte).

Dennoch muss ich sagen, Hut ab: Klischee mal hin und her, aber ganz gut gemacht, einen Weg gefunden, die Regenbogenbrücke und ein wenig Mythologie mit Wissenschaft zu verknüpfen, die Asen als Ausserirdische zu zeigen und dennoch wie vertraut auf Erden wandeln zu lassen, schafft ein recht stimmiges Bild ohne zu gravierende Fehler. Die Besetzung ist ebenso ok, niemand der mit schauspielerischer Glanzleistung alle anderen übertrumpfen würde, zeigt jedoch die Hauptfigur als entwicklungsfähig und damit in weiterer Folge ausbaubar. Die CGI Welt von Asgard, nun, sie mag nicht jedermanns Sache sein, ich selbst fand es auch nicht unpassend. Ein wenig zu klinischer Art Deco aber das hätte viel schlimmer enden können.

Fazit: „Thor“ tritt in die Tradition der letzten Marvel Verfilmungen mit viel Bombast und Klischee, ohne jedoch zumindest ein Augenzwinkern dabei zu verkneifen, welches dann der Schwere des Donners einiges wieder abnimmt. Bei weitem nicht so düster wie Nolan’s Batman Trilogie (ah, der nächste Trailer ist schon online), nicht so Waffenporno wie „Iron Man“ kommt der Film ohne weiteres an die besseren Comicverfilmungen der letzen Jahre heran. Mal sehen, wie dann der zweite Teil nach den „Avengers“ werden wird. Angekündigt ist er ja schon.

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2 Gedanken zu “Schau mal, wer da hämmert!

  1. Hi Spanksen!

    Schön, dich hier wieder zu lesen. Jop, der Thor war besser als erwartet. Avengers kommt lt. Amazon im September – perfekt, wenn das Wochenende nicht mehr so sonnig schön wie derzeit ist.

    Cheers
    h.

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