He’ll be back

Diablo Artwork (c) Blizzard Inc.

Nicht nur die Hölle ist zurück, auch der Oberboss namens Diablo schickt wieder seine Heerscharen aus, um die Erde ins dunkelste Verderben zu stürzen. Unmengen von Kreaturen auf Füssen, mit Flügeln und mit Hörnern strömen in die Lande von Sanctuary und versuchen, die Herrschaft des Bösen sowohl auf der irdischen als auch auf der überirdischen Ebene zu errichten.

Diablo 3 ist erschienen und nach knapp zwei Wochen ist ein erstes Fazit möglich: ja, Diablo ist ein gutes Spiel. Nicht der Meilenstein, der das Genre neu definieren wird, wie es gerade Teil 1 und in so manchen Belangen auch Teil 2 war, aber ein gutes Spiel, das zu unterhalten weiß. Zumindest ein Durchgang bis zum Endboss spinnt sich eine Geschichte, die niemanden vom Hocker reissen wird, trotz der wunderbar gemachten Zwischensequenzen. Dafür ist sie zu matt, zu durchschaubar und zu innovationslos. Apropos Mangel an Neuerungen: Das Interface ist wie immer, aufgeräumt und jeder, der nur einen Screeshot der alten Teile kennt, kommt damit zurecht. Das Skillsystem wurde „vereinfacht“ – Gänsefüsschen für die versteckte Verklausulierung von „Causal Gamer gerechte Aufbereitung“ – und verhindert einen flexiblen Umgang mit Fähigkeiten und Fertigkeiten. So wie die Spielfigur keine Optionen zur Individualisierung bietet, so ist das Rumpfskillsystem nun auch so gestaltet, dass der Spieler genau 2 Optionen zur Verfügung hat: Welche Fähigkeit wähle ich und mit welcher Rune verstärke ich sie? Dass diese Runen z.B. nur bessere Stats mitbringt und den Zauber von gelb auf grün färbt, ist das Resultat dieser Einschränkungen.

Die wählbaren Klassen beschränken sich auf ein Standardrepertoire von grad mal zwei Nahkämpfern (Barbar und Mönch) und drei Fernkämpfern. Natürlich ist es lustig, die verschiedenen Spells mal auszuprobieren und zu sehen, wie beschworene Hunde auf Gegner los gehen, eine Motivation mit einem Charakter das Spiel des öfteren zu durchspielen besteht rein aus dem Ehrgeiz das höchste Level und die besten Items zu erlangen.

Grafische Leckerbissen in Diablo 3? Hm. Die Atmosphäre gerade zu Beginn schafft den Sprung von Teil 2 in die Gegenwart ganz gut, aber Leute, was ist da mit der Wüste los? Im ersten Moment finde ich mich eher in einem Zeichentrickfilm der Disney Studios ™ wieder, als in einem Land, das von Dämonen heimgesucht wird. Im späteren Verlauf wird die Umgebung unwirklich (ohne zu spoilern) aber da kann man wie beim Film „Thor“ über passend und unpassend diskutieren. Ich fands ok, aber echtes Feeling gerade aus Teil 1 (runter, runter, immer weiter runter in die Hölle) kommt da nicht auf.

Referenzen zum Teil 1 finden sich schon auch hier: Wer erinnert sich nicht an den ersten Zwischengegner „the butcher“, der sein Messer als Trophäe im ersten Diablo liegen ließ? Nun rat mal, wer auch im Jahr 2012 angekommen ist? Na, das Enkerl, sozusagen…

Absoluter Humbug ist  natürlich die Geschichte mit dem always-on. Ich brauchte das weder in den ersten Teilen noch hier. Wenn Blizzard aber mit dem Auktionshaus Echtgeld ins Spiel bringt, ist es wiederum verständlich. Dennoch: warum dem Spieler nicht die Wahl zwischen Online und Offline lassen? Extrem ärgerlich natürlich sind die enormen Startprobleme auf den europäischen Servern. Warum eigentlich? Angst vor Sammelklagen in den USA und damit ein verstärktes Augenmerk darauf, dass die Spielergemeinde am Nordamerikanischen Kontinent zufrieden ist? Kann wohl auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein, ein bitterer Nachgeschmack bleibt, wenn es ein Unternehmen, das 10 Mio Spieler auf einer Online Welt den Start des eigenen Zugpferdes Diablo den Onlinestart so verbockt.

Was bleibt ist ein gutes Spiel. Nicht mehr und nicht weniger. Der Höllenfürst ist zurück und die Sammelwut beginnt wieder als Suchtfaktor müde Gesichter und dunkle Augenringe in IT Abteilungen zu fordern. Persönlich bezweifle ich, dass Diablo3 seinen Vorgängern in der Geschichte der Videospiele das Wasser reichen kann. Have fun in hell (zumindest für einen Durchlauf)!

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2 Gedanken zu “He’ll be back

  1. Der Hype ist komplett an mir vorbeigegangen, was wohl daran liegt dass ich kein PCGamer bin. Aber Diabolo 3 soll ja jetzt auch für Konsolen erscheinen, mal schauen ob ich, als nichtkennerbder ersten beiden Teile, mehr angetan bin als du oder so gar nix damit anfangen kann. Gruß Spanky

  2. Hi Spanksen!

    Ich glaub schon, dass du mit Diablo3 Spass haben wirst – den habe ich ja auch. Nur ein Meilenstein wie die beiden ersten Teile ist es nicht geworden, auch wenn das ein Anspruch von Blizzard an das Game war.

    Grüße in den Norden,
    h.

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