Punk? Punkt.

Bücher mit provokanten Titeln verkaufen sich gut. Das gilt nicht für für Bizzaro-Novellen wie „Ultrafuckers“ sondern mittlerweile auch für Druckwerke im Regal „Wirtschaft und Business“. Ebendort fand ich „Investment Punk: Warum ihr schuftet und wir reich werden“ von Gerald Hörhan.

Ok, gesehen, gekauft, gelesen. Worum geht’s in diesem Machwerk? Der Autor, selbst mal Havard Student und Ex-Berater, nunmehr „Geschäftsmann“ und Geldjäger beschreibt ein wenig seinen Werdegang und wie er selbst aus viel Geld mehr Geld macht. Er verrät dabei nicht, wie man von der Arbeiterklasse zum Superreichen wird. Ganz grob seine Finanztipps zusammengefasst:

  • Kaufe dir Wohnungen und vermiete sie. Welch Erkenntnis. Gut wiederum fand ich den Hinweis, dass sich das mit Startkapital machen lässt, der Bank die Bewertung der Immobilie übergibt, in dem man 80% des Kaufpreises auf Kredit nimmt, dessen Raten sich über den Mietertrag tilgen sollen.
  • Kauf dir Aktien, wenn alle anderen verkaufen. Welch Erkenntnis. Leider findet sich kein Rezept, welche Aktien denn für einen derartigen Weg zum Reichtum die richtigen sind. Schade, denn das wäre wohl das Geheimnis, das wir uns alle wünschen.
  • Kauf dir keinen Neuwagen, da Autos nur noch 50% des Neuwertes nach 3 Jahren habe. Welch Erkenntnis. Das ist nun wirklich nichts Neues im Westen, auch nicht der Rat statt eines neuen VW Golfs einen 5 Jahre alten Mercedes E Klasse zu kaufen, dessen Marktwert 3 Jahre später über dem Wert des Golfs liegt.

Dennoch finde ich das Buch ganz gut. Das liegt an den teilweise pointierten Erlebnissen aus dem Leben des Hr. Hörhan, wie ihn z.B. sein Vater (Buchhalter und Golffahrer) nach dem Bedarf an einem Psychotherapeuten fragt, als der Sohnemann mit einem Aston Martin vorfährt. Der Schreibstil ist locker und leicht, angenehm zu lesen – trotz der durchschimmernden Großkotzigkeit eines Neureichen. Warum der Autor jedoch zwanghaft zu betonen versucht, dass er ein Punk ist, der auf Metal Konzerte geht, die Punkparole nach Anarchie aber ablehnt und nur das „ich denk mal anders“ als Attitüde und Maßstab heranzieht, erschließt sich mir nicht.

Wer ein kurzweiliges und kurzes Buch für Sommertage auf der Terrasse sucht, mit dem Gedanken spielt, sich selbstständig zu machen und hierzu einen Anstoß braucht, ist gut bedient. Wer die Geheimnisse zu schnellem Reichtum erwartet, wird enttäuscht. Auch das mag einen Erkenntnis sein. Hier und heute frank und frei sowie kostenlos in diesem Blog.

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3 Gedanken zu “Punk? Punkt.

  1. Mmmmh,nach deiner Rezension werde ich es wohl eher nicht lesen, diese Geschichten, gerade in Bezug auf Immobilien, kenne ich leider von Sylt schon zu genüge

  2. Hi Spanksen.

    Nö, ist nix, was man lesen muss. Solltest du es in einer Abverkaufskiste um 3,99 finden, nimms mit.

    Grüße in den Norden,
    h.

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