Zurück nach Himmelsrand

Seit über einem Jahr steht sie offen, die Tür nach Himmelsrand, nach Skyrim, dem nördlichen Teil Tamriels und so lange habe ich sie nicht geöffnet. Genau vor einem Jahr entstand ein Blogartikel und seitdem habe ich die schneebedeckten Lande kaum mehr aufgesucht.

Bis jetzt. Seit Dezember frisst das Spiel die Stunden von meinem Freizeitkonto und ein Barde, ausgebildet in den Künsten des Schleichens und der Bogennutzung hat Level 40 erreicht. Nach einem Durchhänger beginnt die Hauptquest wieder Fahrt aufzunehmen und seitdem Freunde im Arbeitsumfeld neu begonnen haben, hat Hera, die Elbin eine Konkurrentin bekommen: Bibi, die Hexenechse (HexEx).echse

Ich komme wieder in Helgen an, zur Hinrichtung und sovieles erscheint vertraut. Doch was ich nun zu schätzen lerne, sind die Details, das Heranführen an die Geschichte, die Unterschiede zum ersten Erleben in dieser Welt.

Ich staune über die Heerscharen an Autoren, die diese Welt seit beinahe 20 Jahren erschaffen und erneuern, die Quests in einem Kosmos kreieren, der von Göttern über Sternzeichen zu Flora und Fauna auf soviele Details Rücksicht nimmt, dass es Ehrfurcht einflößt mit welcher Akribie hier zu Werke gegangen wird. Es muss bei Bethesda ein riesiges Wiki geben, welches für Recherchen zur Verfügung steht und einen Hauptautor, der ganz genau weiß, in welche Richtung sich die Geschichte des Kaiserreichs von Tamriel entwickelt.

Großes Kino für Spielernaturen sind die Vorgehensweisen, die sich aus den Kombinationen von Rassen, Kampftechniken und Skilltrees ergeben. Bibi, die Hexe ist Magierin und der Unterschied zum Präzisionswerkzeug Pfeilspitze ist enorm. Einerseits gibt es keinen Bonus, wenn ich schleichend ans Werk gehe und andererseits sind Flammen nicht so steuerbar wie ein genau geschossener Pfeil. Bisher konnte ich Gegner ausschalten, die ich als Schemen am Horizent erblickte, nun muss ich mich auf ca. 10 Meter nähern, um überhaupt Schaden anzurichten. Das bedingt eine komplett andere Spielweise, die ich erst „erlernen“ muss, denn im Gegensatz zu Pfeil und Bogen sind die Magieschulen tatsächlich eine andere Welt.

So wie das Universum vom Skyrim und ich freue mich schon wieder heute, die Tür in den Norden zu öffnen und über schneebedeckte Felder zu wandern, nur um die Ruine am Ende der Welt zu entdecken.

WASD – das Spielerkürzel

In der Abendsonne sitzen, den Sonnenuntergang mit prächtigem Farbspiel beobachten und dabei was zu lesen haben: diesmal landete das WASD Magazin in meinem Briefkasten, ich hab nicht nur das „normale“ Package bestellt, sondern die Förderedition. Der Unterschied? Keiner, aber ich finde eine solche Idee toll und unterstütze unabhängige kleine Projekte gerne mit dem einen oder anderen Euro.

Bevor es ans Eingemachte geht, ein paar Gedanken, wie ich überhaupt auf das Teil gekommen bin, denn manchmal ist der Weg zum Ziel ebenso spannend wie das Ergebnis:

Erste Station: Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, wer, was oder welcher Link mich auf diese Spieleseite gebracht hat, die immer noch im Repertoire der meistbesuchten Pages täglich aufscheint: 4players.de – eine Webseite, die sich mit Spielen beschäftigt und sich durch subjektive Berichte und ausgezeichnete Kolumnen wohltuend vom durchaus schon berechtigterweise benannten Einheitsbrei der Feuilletons im deutsprachigem Raum abhebt.

In den Kommentaren,  die sich zu den Artikeln mehr oder weniger in einer sachlichen Diskussion verlieren, ist mir ein User aufgefallen, der in seiner Signatur auf einen Blog für „alte Säcke“ verweist: seniorgamer auf wordpress.com. Den mag ich – er schimpft zwar immer wieder auf die großen Labels und so neumodisches Zeugs wie DRM, aber die eine oder andere Perle der Gamerskultur kullert dort durch das digitale Labyrinth des world wide madness weg. Ausserdem fand ich dort den Link zur dritten  Plattform:

polyneux – Spielblog und Anlaufstelle in spirituellen und soziokulturellen Ausprägungen des Bloggerwesens der DACH Region samt und sonders mit lesenwerten Beiträgen und den einen oder anderen Podcast, der das wankende Gemüt in die Historie der letzten zwanzig (mindestens!) Jahre rückversetzt. Unterschiedliche Autoren sorgen hier für abwechslungsreiche Beiträge mit Konfliktpotential sowohl innerhalb der schreibenden als auch der lesenden BesucherInnen. Einer der Autoren schreibt einen Beitrag über seinen Beitrag zum WASD Magazin. Whoom, the eagle has landed – ein „anderes“ Magazin als alle anderen, vielmehr ein Buch denn eines dieser Druckwerke aus der Trafik.

Welch ein Thema nimmt sich also ein Buch/Heft für die allererste Ausgabe vor? „Tasty Thrash“ oder frei übersetzt: „warum lieben wir schlechte Spiele“. Genau darum geht es auf den vielen Seiten (über 200) und die Games werden von allen möglichen und unmögliches Perspektiven beleuchtet, seziert und wieder zusammengesetzt. Lesenswert, absolut!

Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte – auf der Webseite gibt es auch eine Leseprobe welche nicht mehr oder weniger als das gesamte Buch/Heft umfasst. Altmodisch wie ich nun mal bin, mag ich es doch lieber auf Papier, transportable und offline lesbar und drum sitze ich auf der Terrasse, sehe der Sonne beim Streicheln des Horizontes zu und blättere auf die nächste Seite.

 

Alpha, Beta, Gemma Live!

(c) ArenaNet Website Kit

Das vergangene Wochenende bot mir und S. eine Gelegenheit, bei der Beta von Guild Wars 2 reinzuschnuppern und das Spiel kennen zu lernen. Nachdem wir beide lange Guild Wars 1 mit mehreren Erweiterungen gespielt haben, da es zur damaligen Zeit das einzige Online MMORPG ohne monatlichen Gebührenzahlung am Markt war, fand das Geschäftsmodell ganz meinen Zuspruch: Boxen verkaufen und damit die Infrastruktur aufbauen und erhalten. Scheinbar klappte das mit dem ersten Teil recht gut, denn es gab einige AddOns bis zum ersten Mal das Thema „wir bauen eine Version 2“ auftauchte.

Nun war es soweit: das zweite Beta Wochenende fand statt und wir waren mittendrin statt nur dabei. Vor dem Startschuss war der Client freigegeben und nach den ursprünglichen 12 GB war ein weiteres Update am Donnerstag auf den Servern, das doch noch etliche Veränderungen bereit hielt. Am Wochenende selbst waren auch die eine oder andere Datei veraltet und wurde durch eine neue Version ersetzt. Das vermittelt das Gefühl, dass ArenaNet eifrig an den Teilen schraubt und Wert auf schnelle Entwicklung liegt.

Vor dem Einloggen gilt es noch, den Account zu erneuern, schliesslich ist es mittlerweile Jahre her, dass ich mich zuletzt in GW1 eingeloggt habe – PW gerade noch erraten und schon ist der alte mit dem neuen Account zusammengelegt. Dann gehts am Freitag endlich los! Nicht ganz, denn der Counter auf der Seite zeigt nach den ersten Anmeldeversuchen, dass der Zugang erst ab 21:00 unserer Zeit erlaubt wird. Leider ist diese Anzeige weder im Launcher noch in der Anmeldemaske integriert sondern ist nur auf der Webseite ersichtlich – das kann eleganter passieren und ohne dass Spieler auf eine externe Seite weitergeschickt werden. Egal, kosmetische Geschichte, kein Drama, nur eine Unbequemlichkeit.

Endlich geht es wirklich los und nach dem ersten Intro und wunderschön gezeichneter Artworks kommt der Charakter Schirm – von den 5 Rassen stehen drei zur Auswahl: Menschen, Norn und Charrs. Die raubkatzenhaften Charrs, ein kriegerisches Volk ist mal der erste Testballon und die Klassenauswahl fällt schwer: Wächter, Jäger, Ingenieur, Nekromant, Mesmer und Krieger stehen parat, um in die Onlinewelt einzutauchen. Durch wuchtige Statur scheint der Wächter die richtige Wahl und die nachfolgenden Möglichkeiten der Charaktergestaltung sind grandios: so viele Details, so viele unterschiedliche Arten der Gestaltung: wunderbar. Der nächste Schritt stellt Fragen zur Herkunft, der Motivation und der Emotion, wie schwierige Situationen bewältigt werden: Wut, Würde, List etc. Daraus entsteht ein Bild, das mit dem Namen unterschrieben wird und eine umfassendene Avatar Kreation ist am Ende angelangt.

Stimmungsvoll der Einstieg mit dem wunderschönen durchgängigen Artworkszenen, die eine gemalte Geschichte zum Leben erwecken und dann beginnt „meine Geschichte“. Das Tutorial selbst ist eher rudimentär – ich schätze, da kommt noch was nach – und gerade bei den Charrs etwas chaotisch. Meine Norn tat sich viel leichter, da hier die Quests schöner nacheinander daherkommen und mir als Spieler immer klar ist, was die nächsten Schritte sind. Gespannt warte ich auf das erste Event, die große Neuerung von Teil 2, die verspricht, dass diese Gruppengeschehnisse nicht schnöde Quests mit statischen Questgebern sind. Tatsächlich bin ich rasch mittendrin statt nur dabei, leider geht zu Beginn die Übersicht verloren, da doch viele Spieler in den Anfangsgebieten herumhängen. Chaos hin oder her, ich bekomme einen Gold Status für meinen Beitrag und Belohnungen, die mir zu Start noch gar nichts sagen. Aber das gehört dazu: ausprobieren und loslegen.

Am zweiten Tag nach einigen Stunden entdecke ich das Handwerk, neue Gebiete, neue Quests und die Aufgaben Reihe, die einen Haupthandlungsstrang darstellt. Trotzdem habe ich am Startscreen eingeblendet: entdeckte Welt: 0% – sie scheint einfach jetzt schon riesig zu sein. Die Server laufen einigermassen stabil, es gab ein paar Situationen, in denen wir plötzlich vor dem Desktop sassen, aber diese halten sich in Grenzen. Die Performance ist gut, kein Ruckeln oder übermäßiges Verzögern, die Gebiete sind voller Quests, Sehenswürdigkeiten und unerforschtes Land. Aber schauen wir uns ein paar Details an:

(c) ArenaNet Website Kit# Quests und Events

So ganz kann GW2 den eigenen Anspruch nicht gerecht werden, denn was war da nicht so alles in den Ankündigungen zu lesen und zu hören? „Der Spieler im Mittelpunkt“ und „keine langweiligen Hol- und BringQuests“ kam da aus der Projektecke. Allerdings gab es in der Beta die Feedback Formulare nach den Quests, die eventuell noch Eingang in das finale Produkt finden werden, doch bisher ist das Design der Aufgaben wie gehabt. Klar sind die Events eine Neuerung und natürlich ist es netter, wenn der Knecht auf einen zukommt und berichtet, dass der Hof von Banditen angegriffen wird. Im Gegensatz zu den großen Reden, die davon kündeten, dass Spieler mit Erledigungen einen dauerhaften Fußabdruck hinterlassen werden, konnte ich z.B. das Ereignis der wilden Minotauren zweimal abschliessen, ohne Konsequenz oder Mehrwert. Klar ist es immer noch billiger, Hol-, Bring- und Töte-Quest zu bauen, aber dann sollte man sich im Vorfeld mit großspurigen Ankündigungen zurück halten.

# Weltdesign und Landschaftsgärtnerei

Großartig. Hatte ich schon erwähnt, dass die Städte riesig sind und die Landschaften gut gemacht wirken? Abwechslung und Unterwassergebiete machen Erkundungen zu einem Erlebnis der Extraklasse. Leider wird der Forscherdrang nicht unbedingt gefördert, da sogenannte Späher die Questgeber auf der Übersichtskarte anzeigt. Nicht nur diese sondern auch besondere Sightseeing Plätze, Höhlen und Pässe – das nimmt einem die Lust am ziellosen Schlendern durch die Gegend und das Stöbern in jeder begehbaren Ecke.(c) ArenaNet Website Kit

# Handwerk

Ganz klar ein Mehrwert, der sich jedoch nicht klar positioniert: sind die Selbstbau Gegenstände besser als Loot in diesem Level oder ist das Handwerk nur eine nette Draufgabe? In der kurzen Zeit konnte ich das nicht beantworten, denn aus Rohstoffen stellt man Teile her, die wiederum die Basis für Teile sind, die dann wiederum einen Gegenstand ergeben. Beispiel gefällig? Rohleder –> Lederstreifen –> Schuhsolen –> Schuhe. Das Ganze findet seinen Niederschlag in Listen, mir persönlich würde eine graphische Aufbereitung besser gefallen, welche diese Einzelteile im Herstellungsprozess zum gewünschten Ergebnis anzeigt. Also, liebe Gamedesigner, hier ist ein Punkt, der absolut verbesserungswürdig ist.

Fazit

Fein, fein – GW2 kann kommen. Der Reifegrad ist recht hoch, ein paar Lokalisierungsprobleme bei den deutschen Texten gibts noch, aber das Ganze wirkt rund und für eine Beta recht gediegen. Bis heute nachmittags war es eine klare Kaufempfehlung, doch mit dem Support habe ich seit gestern ein Hühnchen zu rupfen (aber das ist eine andere Geschichte).

He’ll be back

Diablo Artwork (c) Blizzard Inc.

Nicht nur die Hölle ist zurück, auch der Oberboss namens Diablo schickt wieder seine Heerscharen aus, um die Erde ins dunkelste Verderben zu stürzen. Unmengen von Kreaturen auf Füssen, mit Flügeln und mit Hörnern strömen in die Lande von Sanctuary und versuchen, die Herrschaft des Bösen sowohl auf der irdischen als auch auf der überirdischen Ebene zu errichten.

Diablo 3 ist erschienen und nach knapp zwei Wochen ist ein erstes Fazit möglich: ja, Diablo ist ein gutes Spiel. Nicht der Meilenstein, der das Genre neu definieren wird, wie es gerade Teil 1 und in so manchen Belangen auch Teil 2 war, aber ein gutes Spiel, das zu unterhalten weiß. Zumindest ein Durchgang bis zum Endboss spinnt sich eine Geschichte, die niemanden vom Hocker reissen wird, trotz der wunderbar gemachten Zwischensequenzen. Dafür ist sie zu matt, zu durchschaubar und zu innovationslos. Apropos Mangel an Neuerungen: Das Interface ist wie immer, aufgeräumt und jeder, der nur einen Screeshot der alten Teile kennt, kommt damit zurecht. Das Skillsystem wurde „vereinfacht“ – Gänsefüsschen für die versteckte Verklausulierung von „Causal Gamer gerechte Aufbereitung“ – und verhindert einen flexiblen Umgang mit Fähigkeiten und Fertigkeiten. So wie die Spielfigur keine Optionen zur Individualisierung bietet, so ist das Rumpfskillsystem nun auch so gestaltet, dass der Spieler genau 2 Optionen zur Verfügung hat: Welche Fähigkeit wähle ich und mit welcher Rune verstärke ich sie? Dass diese Runen z.B. nur bessere Stats mitbringt und den Zauber von gelb auf grün färbt, ist das Resultat dieser Einschränkungen.

Die wählbaren Klassen beschränken sich auf ein Standardrepertoire von grad mal zwei Nahkämpfern (Barbar und Mönch) und drei Fernkämpfern. Natürlich ist es lustig, die verschiedenen Spells mal auszuprobieren und zu sehen, wie beschworene Hunde auf Gegner los gehen, eine Motivation mit einem Charakter das Spiel des öfteren zu durchspielen besteht rein aus dem Ehrgeiz das höchste Level und die besten Items zu erlangen.

Grafische Leckerbissen in Diablo 3? Hm. Die Atmosphäre gerade zu Beginn schafft den Sprung von Teil 2 in die Gegenwart ganz gut, aber Leute, was ist da mit der Wüste los? Im ersten Moment finde ich mich eher in einem Zeichentrickfilm der Disney Studios ™ wieder, als in einem Land, das von Dämonen heimgesucht wird. Im späteren Verlauf wird die Umgebung unwirklich (ohne zu spoilern) aber da kann man wie beim Film „Thor“ über passend und unpassend diskutieren. Ich fands ok, aber echtes Feeling gerade aus Teil 1 (runter, runter, immer weiter runter in die Hölle) kommt da nicht auf.

Referenzen zum Teil 1 finden sich schon auch hier: Wer erinnert sich nicht an den ersten Zwischengegner „the butcher“, der sein Messer als Trophäe im ersten Diablo liegen ließ? Nun rat mal, wer auch im Jahr 2012 angekommen ist? Na, das Enkerl, sozusagen…

Absoluter Humbug ist  natürlich die Geschichte mit dem always-on. Ich brauchte das weder in den ersten Teilen noch hier. Wenn Blizzard aber mit dem Auktionshaus Echtgeld ins Spiel bringt, ist es wiederum verständlich. Dennoch: warum dem Spieler nicht die Wahl zwischen Online und Offline lassen? Extrem ärgerlich natürlich sind die enormen Startprobleme auf den europäischen Servern. Warum eigentlich? Angst vor Sammelklagen in den USA und damit ein verstärktes Augenmerk darauf, dass die Spielergemeinde am Nordamerikanischen Kontinent zufrieden ist? Kann wohl auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein, ein bitterer Nachgeschmack bleibt, wenn es ein Unternehmen, das 10 Mio Spieler auf einer Online Welt den Start des eigenen Zugpferdes Diablo den Onlinestart so verbockt.

Was bleibt ist ein gutes Spiel. Nicht mehr und nicht weniger. Der Höllenfürst ist zurück und die Sammelwut beginnt wieder als Suchtfaktor müde Gesichter und dunkle Augenringe in IT Abteilungen zu fordern. Persönlich bezweifle ich, dass Diablo3 seinen Vorgängern in der Geschichte der Videospiele das Wasser reichen kann. Have fun in hell (zumindest für einen Durchlauf)!

All or Nothing

Im Zuge von ACTA, SOAP etc. mehren sich die offenen Briefe der unterschiedlichen Gruppen und Interessensvertretungen zum Thema „Urheberrecht“ und Vermarktung von kreativen Inhalten im digitalen Umfeld. Grundsätzlich stehe ich auf dem Standpunkte, dass ich bezahle, was mir das Gekaufte wert ist. So lasse ich Filme und Spiele oftmals ein paar Monate links liegen, auch wenn ich mich bei der Release freue, um dann den Preis zu zahlen, den ich für ok erachte. Beispiel? „X Men – Erste Entscheidung“, von Kritikern und Publikum hochgelobt, die DVD um 20€? No way, schon wenige Wochen später um 15,- dann um 13,– und dann jetzt (nicht mal ein Jahr nach dem Kinostart) um 10,– – klarer Fall von Pflichtkauf.

Klar gibt es auch digitale Editionen (z.B. iTunes) aber tatsächlich ist mir der Kauf eines physischen Mediums lieber. Die DVD kann ich auch nach 3 Jahren nochmals ansehen, bei einem Stream ist diese Sicherheit nicht gegeben. Das ärgert mich, wenn ich eine Scheibe kaufe und dabei einen Code für einen Download oder Stream finde, denn dort findet sich bereits jetzt schon ein Ablaufdatum, ab wann der Inhalt (für den ich doch bezahlt habe) nicht mehr verfügbar sein wird. Dieses „Nutzungsrecht“ möchte ich gar nicht wahrnehmen. Genau aus diesem Grund besitze ich auch keinen Kindle oder ein ähnliches Gerät. Ein Buch auf Zeit zu kaufen und sich niemals sicher sein zu können, ob es morgen noch zum durchblättern zur Verfügung steht? Nein, danke – diese Revolution findet ohne mich statt. Umso mehr verwundert mich die Dreistigkeit von Händlern wie amazon.com diesen beschränkten Erwerb noch um teureres Geld anzubieten, als das gedruckte Werk.

Aus ähnlichen Gründen wie beschrieben, läuft auch auf meinem Rechner ein bittorrent Client. Spiele, die ich teilweise bereits 2 oder mehrmals gekauft habe (Originalspiel, Download Version und Heftbeigabe), funktionieren manchmal nicht mehr. Entweder die DVD ist abgängig (aber die Hülle mit Registrierungskey liegt vor) oder der Download ist nicht mehr (yahoo games, anyone?) oder die DVD wird vom Gerät nicht mehr erkannt (NfS Underground Teil 1). Da hilft dann ein beherzter Griff in die Untiefen des Netzes und meine „Privatkopie“ ist wieder hergestellt. Sorry, liebe Spieleindustrie, das kann gar nix. Plattformen wie „Steam“ machen das nicht unbedingt besser, denn bist du nicht online, kannst du nicht spielen (zumindest die Teile, die eine Verifizierung bei jedem Spielstart antriggern). Da bleib ich doch lieber bei der Unterstützung von Kickstarter Projekten, die einen digitalen oder physischen Zugang erlauben.

Ein weiterer Puzzlestein in den Mühlen der Contend Industrie Diskussionen sind die Filme und Übertragungen der Bezahlsender. Hier vermisse ich die Flexibilität und die Kundenfreundlichkeit, sich bestimmte Teile anzusehen und andere nicht. Sportpaket, Bundesliga Pakte und dann auch noch Kabelanschluss? Warum nicht einzelne Spiele oder einmal eine Konferenz der Premier League um1,99€? Warum nicht ein F1 Wochenendpass um 9,99€? Warum nicht ein [beliebiges Event einsetzen] um [angemessenen Betrag]? Wie es gehen kann, zeigen sport1.de oder auch Vermarktungsgesellschaften wie nfl.com oder motorgp.com (wobei bei letzteren auch wieder nur Pakete zu erwerben sind, bei sport1.de gab es die Rugby WM Spiel für Spiel). Oder sogar FreeStreams ala laola1.at, die die spanische Liga zeigen. Einfach so – ohne tausend WerbePopUps für semi-legale Kontaktbörsen. Das ist das, was ich mir wünsche. Hab ich ein freies Wochenende und ein Kracher wie BVB vs. Bayern München steht an, braucht es eine Plattform für den Stream, eine Abrechnung via amazon check out und erledigt. Kein Thema. Da bezahl ich doch gerne, weil ich dieser Unterhaltung Wert bei messe und nicht Spielfilme bekommen, die mir am Allerwertesten vorbei gehen.

Also liebe Content Menschen… macht was. Die Zukunft wird nicht auf euch warten, sie ist schon da. Nämlich in Form von Alternativen, die sich nicht eurer Kontrolle unterziehen und die sich selbst mit schlechter Qualität und nervigen Addons ins Aus stellen. Doch wenn ihr als Rechte Inhaber nicht bald auf diese Angebote reagiert, wird das jemand anderer machen. Und dann gibt es einen dominaten Anbieter wie iTunes, der euch die Regeln vorschreiben wird, wieviel vom Kuchen für euch übrig bleibt.

Unendliche Weiten

„Dunkle Wälder, verlorenen Ruinen,
Festen aus längst verlorenen Zeiten.
Erbe der Elfen, Knochen der Zwerge,
Vergessen, einsam auf stürmischen Gipfeln“

Langsam senke ich meine Laute und öffne meine Augen. Das Lagerfeuer in der Mitte des Raums knistert, die Gäste sind verstummt. Doch nicht mein Lied hat sie zum Schweigen gebracht, sondern die dunkle Gestalt in der Eingangstür. Ein Kaiserlicher, ein Soldat, entsandt aus der Hauptstadt in dieses Nest in den Norden, wo die Geheimdienste der Majestäten Revolutionäre von Ulrich Sturmmantel vermuten. Der Krieger tritt ein und sieht sich um. Die Nordmänner und Frauen regen sich nicht, die Blicke sind starr nach vorne gerichtet: auf den Becher, auf das Feuer, auf so manch schwielenbedeckte Hand. Aufmerksam sieht der Soldat in jedes Gesicht. Er sucht zweifellos jemanden. Ein Opfer? Einen Mörder? Ich blicke rasch zur Wirtin Syla, die hinter ihrer Theke steht und ihre Hände langsam unter dem Tresen bewegt. „Nein“ sagt mein Auge, „Nein“ denkt mein Verstand, „Nein“ schreit mein Herz, doch meine Lippen schweigen.

Der Kaiserliche nähert sich Eric, den Mann von Syla und plötzlich schwirrt ein Dolch durch die Luft. Im nächsten Moment steckt der kalte Stahl im Rücken des Soldaten und mit verwirrter Miene bricht er zusammen und krümmt sich am Boden. Eric schreit das Wort, das ich nicht sagen konnte „Nein“ und ein Tumult bricht los: die einen wollen so schnell wie möglich das Gasthaus verlassen, doch gleichzeitig drängen noch mehr kaiserliche Soldaten herein – die ersten haben bereits ihre Schwerter gezückt und töten diejenigen, die nah am Eingang stehen. Ich will zu meinem Bogen greifen, doch ich stolpere über einen Körper, der vor mir liegt und schlage auf den Boden. Ich verliere mein Bewusstsein und das letzte das ich sehe, ist eine zerbrochene Laute neben mir am Boden.

Als ich erwache, finde ich mich gefesselt auf einem Wagen, gemeinsam mit anderen Männern und Frauen. Sie bringen uns nach Helgen, zur Hinrichtung, so heißt es…

Wie es weiter geht? Nun, ich finde mich in einer gigantisch große Welt wieder, in der die Aufständischen gegen die kaiserliche Armee kämpft. Das ist der große Rahmen der Geschichte, daneben locken persönliche Quest, heimelige Häuser, Beziehungsgeschichten, Kochstellen, Schmieden und Ausbildungen zum Magier, Dieb, Mörder und Barde. Kinder wollen beschützt, gerettet und gerächt werden, Drachen bedrohen die Städte und Festungen, die sich gegen die Kälte und die Stürme von Himmelsrand wehren. Jarls verstricken sich in Machtkämpfe, Banditen ziehen plündernd durch die Dörfer und Priester flehen ihre Götter an. „Skyrim“ heisst das Spiel, das Bethesda im Rahmen der Elder Scroll Reihe im letzten Herbst veröffentlichte und Skyrim bedeutet stundenlanges Spielen, ein Eintauchen in eine andere Welt voller Magie und Schwerter. Manche meinen, die Welt sei zu groß, zu langweilig mit der Zeit.

Ich mag Skyrim  – ein Sandkasten zum Spielen, zum Erforschen und Erkunden. Verschiedene Quests lassen sich unterschiedlich lösen – bezahle ich dem Betrunkenen einen  Drink oder spendiere ich ihm ein Goldstück? Je nachdem geschehen unterschiedlichen Folgeereignisse. Ich mag es, zu Schleichen und aus der Dunkelheit heraus dem Gegner mit dem Bogen, den ich magisch erweitert habe, einen Pfeil in das Herz zu jagen. Dazu nehme ich meinen Begleiter mit, der mir hilft, die erbeuteten Stücke wieder zurück in die Stadt zu bringen, der auch ein Zimmer in meinem Haus hat.

Daneben wird die Geschichte in Büchern geschrieben, in den Quests erzählt, die aus historischen Tiefen heute noch nachwirken. So wie auch die Drachen, die wieder erwacht sind und den Himmel über Skyrim bevölkern. Spätestens da ist Schluss mit Schleichen – es ist die Zeit der Pfeilhagel, Flammenschwerter und schweren Rüstungen. Gerne komme ich für ein paar Stunden zurück und meine Dunkelelfe reist wieder durch die Lande, erzählt Geschichten und bekämpft dunkele Magier, reissende Bestien und grausame Banditen.