Audio Player

Ich habe eine Umfrage zum Thema Mobiler Audio Player erstellt und dank headfonia.com rasch über 80 Antworten erhalten.

Hier das Ergebnis und der Report zum Download.

Buying a Mobile Audio Player

As I was looking for an audio player to listen to music during every day commuting, I found a lot of different types and products. Although I had some concrete requirements, I wonder about the massive number of criteria to look at. So, which facts and figures are important when it comes to buy such a device?

I did not hesitate and created a survey to find out, what to look at before spending some hundred bucks on a product and thankfully headfonia.com posted the link on the facebook pinwall. In the evening I got over 70 answers and at the end the counter stopped at 81 persons (later on there has been 84, which does not matter for the results).

Based on the specifications and pictures during the product presentation online and offline I set my questions about ownership of players, key figures like price, design, supported formats etc. I just wanted to know, what people look at and asked then for priorities when it comes to buying (e.g. is price important or not?).

For details, please feel free to have a look at the report – here we go with some summaries and personal findings. First fact, that really surprised me: only male persons participated the poll. Not a single check on “female” when it comes to the gender question. Second big perception was the high number of “iPod” owners. Apple has landed a big deal with their music player but in an audiophile audience I expected a higher rate on special players like “A&K100” or the “Colorfly C4”. The iPod has done a great job to gain such a coverage (50%) and set new limits to the way of interaction as I could see the usability criteria among the top 4 buying facts.

When it comes to buying a mobile audio player, most important are “battery life”, “supported file formats”, “price” and the already mentioned “usability”. Let’s have an educated guess at this result.
“Battery life” for sure is mostly a criteria when we talk about mobile systems. But there is no player (or at least I don’t know any) which offers changeable battery packs or power extensions like we find at business notebooks. Unfortunately this trend to irremovable battery can be seen in the mobile world too, which may give some freedom in design but what about environmental matters?
Second on the list I found “supported file formats” which was pretty clear at the moment I saw it on this position. No one want to convert giga- or terrabytes of digital audio files only for one reason: to use this special device. But how does it look like in real life? The only product I could find, which supports nearly all known formats is a piece of software: rockbox.
“Price” is always a figure in buying things. The range is quite big, starting from a few bucks for e.g. a sandisk player (with FLAC) support and ending up there at the new A&K120 announced over 1000$.

Besides this data, I found 2 more insights.
First, the community is great and left helpful comments in the last sections (examples can be found in the report) and second, I missed some important questions and additional information in the survey. With this combination I know whom to ask, if I come up with another survey about audio issues.

Thanks again to everyone, who helped and spent some time for the survey and the for reading the report.
Best regards,
joe

 

Download the Report BuyingaMobileAudioDevice

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WASD – das Spielerkürzel

In der Abendsonne sitzen, den Sonnenuntergang mit prächtigem Farbspiel beobachten und dabei was zu lesen haben: diesmal landete das WASD Magazin in meinem Briefkasten, ich hab nicht nur das „normale“ Package bestellt, sondern die Förderedition. Der Unterschied? Keiner, aber ich finde eine solche Idee toll und unterstütze unabhängige kleine Projekte gerne mit dem einen oder anderen Euro.

Bevor es ans Eingemachte geht, ein paar Gedanken, wie ich überhaupt auf das Teil gekommen bin, denn manchmal ist der Weg zum Ziel ebenso spannend wie das Ergebnis:

Erste Station: Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, wer, was oder welcher Link mich auf diese Spieleseite gebracht hat, die immer noch im Repertoire der meistbesuchten Pages täglich aufscheint: 4players.de – eine Webseite, die sich mit Spielen beschäftigt und sich durch subjektive Berichte und ausgezeichnete Kolumnen wohltuend vom durchaus schon berechtigterweise benannten Einheitsbrei der Feuilletons im deutsprachigem Raum abhebt.

In den Kommentaren,  die sich zu den Artikeln mehr oder weniger in einer sachlichen Diskussion verlieren, ist mir ein User aufgefallen, der in seiner Signatur auf einen Blog für „alte Säcke“ verweist: seniorgamer auf wordpress.com. Den mag ich – er schimpft zwar immer wieder auf die großen Labels und so neumodisches Zeugs wie DRM, aber die eine oder andere Perle der Gamerskultur kullert dort durch das digitale Labyrinth des world wide madness weg. Ausserdem fand ich dort den Link zur dritten  Plattform:

polyneux – Spielblog und Anlaufstelle in spirituellen und soziokulturellen Ausprägungen des Bloggerwesens der DACH Region samt und sonders mit lesenwerten Beiträgen und den einen oder anderen Podcast, der das wankende Gemüt in die Historie der letzten zwanzig (mindestens!) Jahre rückversetzt. Unterschiedliche Autoren sorgen hier für abwechslungsreiche Beiträge mit Konfliktpotential sowohl innerhalb der schreibenden als auch der lesenden BesucherInnen. Einer der Autoren schreibt einen Beitrag über seinen Beitrag zum WASD Magazin. Whoom, the eagle has landed – ein „anderes“ Magazin als alle anderen, vielmehr ein Buch denn eines dieser Druckwerke aus der Trafik.

Welch ein Thema nimmt sich also ein Buch/Heft für die allererste Ausgabe vor? „Tasty Thrash“ oder frei übersetzt: „warum lieben wir schlechte Spiele“. Genau darum geht es auf den vielen Seiten (über 200) und die Games werden von allen möglichen und unmögliches Perspektiven beleuchtet, seziert und wieder zusammengesetzt. Lesenswert, absolut!

Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte – auf der Webseite gibt es auch eine Leseprobe welche nicht mehr oder weniger als das gesamte Buch/Heft umfasst. Altmodisch wie ich nun mal bin, mag ich es doch lieber auf Papier, transportable und offline lesbar und drum sitze ich auf der Terrasse, sehe der Sonne beim Streicheln des Horizontes zu und blättere auf die nächste Seite.

 

Der Aussteiger

Nach dem letzten Buch hier auf diesem Sender, dem Punk, der reicher als reich sein möchte und mit seinem Aston Martin von seinem Vater zum Psychotherapeuten geschickt wird, folgt das Gegenteil auf dem Fuss: Unter dem Titel „Die Kunst, frei zu sein“ schwadroniert der Autor Tom Hodgkinson vom Ausstieg und der Freiheit (Amazon Link).

Scheitert der Investment Mensch an den praktikablen Tipps, wie wir Otto Normalverbraucher an Reichtum kommen und wie es gelingen soll, Geld zu machen, so zerschellt auch die Kogge der Laissez-faire Gemeinschaft an den Klippen des Alltags. Klar sind die Gedankengänge durchaus zu gebrauchen, gerade um das eigene Verhalten (vor allem bezüglich unnötigen Kosum gegenüber) zu reviewen, aber vor allem die permanenten Ausflüge in die Historie sind so was von schwer daneben: wenn Tom Hodgkinson schreibt, wie gut es doch die Bauern im Mittelalter unter der Lehensherrschaft der Adeligen hatten, weil sie ja doch nur ein Zehent zahlten anstelle von 60% Steuersatz der Gegenwart, so kommt mir einfach nur „oh my god“ in den Sinn. Wenn er meint, dass die Adeligen ja ach so toll waren, da sie rein zur Unterstützung der Künstler dienten und die Leibeigenen zu tagelangen Festgelage luden, dann bin ich schon bei „so ein Schwachsinn“ angelangt.

Ja, mehr Radfahren (vor allem in einer Stadt) macht durchaus Sinn und schafft in einem gewissen Rahmen Unabhängigkeit. Aber sich Strafzettel einzufangen, nicht zu zahlen und dann zu mokieren, wie ungerecht die Welt nicht sein kann, ist kindisch, unreif und bringt niemanden einen Schritt weiter in seine persönliche Suche nach Freiheit. Keinen Fernseher zu haben und dafür (so kommt es mir zumindest im Buch vor) mehr als 50% aller Abende im Pub abzuhängen, mag Spass machen, aber macht mich das zu einem besseren Menschen?

Hodgkinson versäumt es nicht, seine Ideen mit Zitaten aus allen Zeitepochen und Geistesrichtungen zu untermauern und zu füttern – so halten der hl. Augustinus als auch die von ihm mitgegründete Webseite „The Idler“ die Fahnen der Geisteshaltung hoch: vergiss den Kapitalismus, mach was du willst und befreie dich von den Zwängen dieser Welt.

Eine kurze Anmerkung zu den Amazon Rezensionen, die sich über die Drogen aufregen, die im Buch Erwähnung finden: keep cool – ja, Tom hat ein gelassenes Verhältnis zu Drogen, aber er verherrlicht weder den Konsum, noch empfiehlt er Heroin-Junkie zu werden. Wenn du als Leser das nicht differenziert verträgst, dann lass die doch die Hände davon (und kauf dir NIEMALS Fear and Loathing in Las Vegas – nur so als Gratistipp).

Punk? Punkt.

Bücher mit provokanten Titeln verkaufen sich gut. Das gilt nicht für für Bizzaro-Novellen wie „Ultrafuckers“ sondern mittlerweile auch für Druckwerke im Regal „Wirtschaft und Business“. Ebendort fand ich „Investment Punk: Warum ihr schuftet und wir reich werden“ von Gerald Hörhan.

Ok, gesehen, gekauft, gelesen. Worum geht’s in diesem Machwerk? Der Autor, selbst mal Havard Student und Ex-Berater, nunmehr „Geschäftsmann“ und Geldjäger beschreibt ein wenig seinen Werdegang und wie er selbst aus viel Geld mehr Geld macht. Er verrät dabei nicht, wie man von der Arbeiterklasse zum Superreichen wird. Ganz grob seine Finanztipps zusammengefasst:

  • Kaufe dir Wohnungen und vermiete sie. Welch Erkenntnis. Gut wiederum fand ich den Hinweis, dass sich das mit Startkapital machen lässt, der Bank die Bewertung der Immobilie übergibt, in dem man 80% des Kaufpreises auf Kredit nimmt, dessen Raten sich über den Mietertrag tilgen sollen.
  • Kauf dir Aktien, wenn alle anderen verkaufen. Welch Erkenntnis. Leider findet sich kein Rezept, welche Aktien denn für einen derartigen Weg zum Reichtum die richtigen sind. Schade, denn das wäre wohl das Geheimnis, das wir uns alle wünschen.
  • Kauf dir keinen Neuwagen, da Autos nur noch 50% des Neuwertes nach 3 Jahren habe. Welch Erkenntnis. Das ist nun wirklich nichts Neues im Westen, auch nicht der Rat statt eines neuen VW Golfs einen 5 Jahre alten Mercedes E Klasse zu kaufen, dessen Marktwert 3 Jahre später über dem Wert des Golfs liegt.

Dennoch finde ich das Buch ganz gut. Das liegt an den teilweise pointierten Erlebnissen aus dem Leben des Hr. Hörhan, wie ihn z.B. sein Vater (Buchhalter und Golffahrer) nach dem Bedarf an einem Psychotherapeuten fragt, als der Sohnemann mit einem Aston Martin vorfährt. Der Schreibstil ist locker und leicht, angenehm zu lesen – trotz der durchschimmernden Großkotzigkeit eines Neureichen. Warum der Autor jedoch zwanghaft zu betonen versucht, dass er ein Punk ist, der auf Metal Konzerte geht, die Punkparole nach Anarchie aber ablehnt und nur das „ich denk mal anders“ als Attitüde und Maßstab heranzieht, erschließt sich mir nicht.

Wer ein kurzweiliges und kurzes Buch für Sommertage auf der Terrasse sucht, mit dem Gedanken spielt, sich selbstständig zu machen und hierzu einen Anstoß braucht, ist gut bedient. Wer die Geheimnisse zu schnellem Reichtum erwartet, wird enttäuscht. Auch das mag einen Erkenntnis sein. Hier und heute frank und frei sowie kostenlos in diesem Blog.

Eine neue Welt

Eine neue Welt entdeckt man nicht jeden Tag, aber gestern geschah es wieder ein mal: Der Weg in die Villa Fantastica öffnete Türen zu Büchern und Menschen.

Ausgangspunkt war die monatliche Rundschau an SciFi und Fantasy Büchern im Standard, die ich regelmäßig lese und mit den Empfehlungen meinen Amazon Wunschzettel anreichere. Auf der Übersichtsseite ist eine Villa angeführt, die sich in Wien befindet. Auf deren Webpräsenz bitten die Betreiber um Unterstützung auch in Form von Buchspenden, was mich wiederrum an einen Stapel an Bücherkartons auf einem Dachboden im Ort meiner Eltern denken liess. Denn bevor diese da ungelesen verstauben, sollen sie doch in Regalen stehen und dem einen oder anderen Lesern eine Freude machen. Sollte ich selbst wieder eines dieser gedruckten Werke in Händen halten wollen, ist ein Besuch der Bibliothek ja kein Problem.

Also mal eine Mail an die eMailadresse geschickt und sofort eine freundliche Antwort erhalten. Nebst einer Einladung, mal vorbei zu kommen. Und dem Gefühl, herzlich willkommen zu sein.

Vor einigen Tagen war es dann soweit, ich stöberte durch Kartons von LCD Monitoren und Umzugsschachteln und räumte mal alles aus, was nicht zum Bereich SciFi und Fantasy gehört. Alles andere wurde gleich wieder eingemottet, die Beschriftungen „Star Wars Bücher“ und „Star Treck“ erleichterten die Suche und landeten ungeschaut im Auto.

Gestern brachen wir dann Richtung Wien auf und ein Handy mit Navi Funktion wies uns den Weg in die Eitelbergergasse. Auch hier ein herzliches Willkommen von Werner und Robert, die uns gleich beim Tragen unterstützen und die Bücherkartons im Souterrain ablegten. Die Führung brachte erstaunliche Einblicke: tausende Werke der fantastischen Literatur lagern in Regalwänden, geordnet, behütet und beschützt. Englische Magazine, Romane und eine riesige Auswahl an deutschsprachigen Werken warten auf ihre Entdeckung im Keller. Die Abteilung der Magazine füllt einen extra Raum, in Ordnern einsortiert und chronologisch penibel aufgestellt. Wow – welch Arbeit, Liebe und Begeisterung hier spürbar ist, welche Schätze hier verborgen sind und welche Pläne in Zukunft noch auf diese Villa warten.

Ich komm ganz sicher wieder, ziehe meinen Hut bereits jetzt vor der großartigen Leistung aller Beteiligten und bin froh, dass dieser Bereich der Kultur in Wien einen würdigen Raum gefunden hat.

All or Nothing

Im Zuge von ACTA, SOAP etc. mehren sich die offenen Briefe der unterschiedlichen Gruppen und Interessensvertretungen zum Thema „Urheberrecht“ und Vermarktung von kreativen Inhalten im digitalen Umfeld. Grundsätzlich stehe ich auf dem Standpunkte, dass ich bezahle, was mir das Gekaufte wert ist. So lasse ich Filme und Spiele oftmals ein paar Monate links liegen, auch wenn ich mich bei der Release freue, um dann den Preis zu zahlen, den ich für ok erachte. Beispiel? „X Men – Erste Entscheidung“, von Kritikern und Publikum hochgelobt, die DVD um 20€? No way, schon wenige Wochen später um 15,- dann um 13,– und dann jetzt (nicht mal ein Jahr nach dem Kinostart) um 10,– – klarer Fall von Pflichtkauf.

Klar gibt es auch digitale Editionen (z.B. iTunes) aber tatsächlich ist mir der Kauf eines physischen Mediums lieber. Die DVD kann ich auch nach 3 Jahren nochmals ansehen, bei einem Stream ist diese Sicherheit nicht gegeben. Das ärgert mich, wenn ich eine Scheibe kaufe und dabei einen Code für einen Download oder Stream finde, denn dort findet sich bereits jetzt schon ein Ablaufdatum, ab wann der Inhalt (für den ich doch bezahlt habe) nicht mehr verfügbar sein wird. Dieses „Nutzungsrecht“ möchte ich gar nicht wahrnehmen. Genau aus diesem Grund besitze ich auch keinen Kindle oder ein ähnliches Gerät. Ein Buch auf Zeit zu kaufen und sich niemals sicher sein zu können, ob es morgen noch zum durchblättern zur Verfügung steht? Nein, danke – diese Revolution findet ohne mich statt. Umso mehr verwundert mich die Dreistigkeit von Händlern wie amazon.com diesen beschränkten Erwerb noch um teureres Geld anzubieten, als das gedruckte Werk.

Aus ähnlichen Gründen wie beschrieben, läuft auch auf meinem Rechner ein bittorrent Client. Spiele, die ich teilweise bereits 2 oder mehrmals gekauft habe (Originalspiel, Download Version und Heftbeigabe), funktionieren manchmal nicht mehr. Entweder die DVD ist abgängig (aber die Hülle mit Registrierungskey liegt vor) oder der Download ist nicht mehr (yahoo games, anyone?) oder die DVD wird vom Gerät nicht mehr erkannt (NfS Underground Teil 1). Da hilft dann ein beherzter Griff in die Untiefen des Netzes und meine „Privatkopie“ ist wieder hergestellt. Sorry, liebe Spieleindustrie, das kann gar nix. Plattformen wie „Steam“ machen das nicht unbedingt besser, denn bist du nicht online, kannst du nicht spielen (zumindest die Teile, die eine Verifizierung bei jedem Spielstart antriggern). Da bleib ich doch lieber bei der Unterstützung von Kickstarter Projekten, die einen digitalen oder physischen Zugang erlauben.

Ein weiterer Puzzlestein in den Mühlen der Contend Industrie Diskussionen sind die Filme und Übertragungen der Bezahlsender. Hier vermisse ich die Flexibilität und die Kundenfreundlichkeit, sich bestimmte Teile anzusehen und andere nicht. Sportpaket, Bundesliga Pakte und dann auch noch Kabelanschluss? Warum nicht einzelne Spiele oder einmal eine Konferenz der Premier League um1,99€? Warum nicht ein F1 Wochenendpass um 9,99€? Warum nicht ein [beliebiges Event einsetzen] um [angemessenen Betrag]? Wie es gehen kann, zeigen sport1.de oder auch Vermarktungsgesellschaften wie nfl.com oder motorgp.com (wobei bei letzteren auch wieder nur Pakete zu erwerben sind, bei sport1.de gab es die Rugby WM Spiel für Spiel). Oder sogar FreeStreams ala laola1.at, die die spanische Liga zeigen. Einfach so – ohne tausend WerbePopUps für semi-legale Kontaktbörsen. Das ist das, was ich mir wünsche. Hab ich ein freies Wochenende und ein Kracher wie BVB vs. Bayern München steht an, braucht es eine Plattform für den Stream, eine Abrechnung via amazon check out und erledigt. Kein Thema. Da bezahl ich doch gerne, weil ich dieser Unterhaltung Wert bei messe und nicht Spielfilme bekommen, die mir am Allerwertesten vorbei gehen.

Also liebe Content Menschen… macht was. Die Zukunft wird nicht auf euch warten, sie ist schon da. Nämlich in Form von Alternativen, die sich nicht eurer Kontrolle unterziehen und die sich selbst mit schlechter Qualität und nervigen Addons ins Aus stellen. Doch wenn ihr als Rechte Inhaber nicht bald auf diese Angebote reagiert, wird das jemand anderer machen. Und dann gibt es einen dominaten Anbieter wie iTunes, der euch die Regeln vorschreiben wird, wieviel vom Kuchen für euch übrig bleibt.

Die Furcht des Weisen in 2 Teilen

Nach der Begeisterung für den ersten Tag, den Patrick Rothfuss seinem Helden Kvothe im Roman „Der Name des Windes“ erleben lässt und während dessen der namenlose Chronist seine Feder nur allzuoft ins Fäßchen taucht, war klar: sobald das Thema weitergeht, müssen die Bücher her. Ende Feber war es dann soweit, auch der zweite Teil des zweiten Teils war im Buchhandel erhältlich. Nach vielen Stunden des Eintauchens in diese fantastische Welt mit dem traurigen Nebengeschmack des gestürzten Heldens kann ich nun ein Fazit ziehen.

# Der grandiose Beginn

„Der Name des Windes“ war wie schon geschrieben, ein gutes Buch, eine sehr gelungene Mischung aus den bekannten Versatzstücken von High-Fantasy Romanen. Nichts weltbewegend Neues aber eine ausgezeichnete Variation eines Mannes, der sein Handwerk versteht. Die Rahmenhandlung, in der der Held einem Schreiber seine Biographie darlegt, hin und wieder unterbrochen durch Jetzt-Zeit Momente ist ein Kniff, der dem Spannungsbogen einen Rahmen vorgibt, auch wenn von Anfang an klar ist, dass ein Ende in weiter Ferne liegt. Denn so kann eine Lebensgeschichte erzählt werden, ohne am Abend des ersten Tages enden zu müssen.

# Das Drama nimmt seinen Lauf

Wie auch im Beitrag zu Teil 1 erwähnt, liegt die Befürchtung nahe, dass die Seitenanzahlen explodieren. Was wiederrum nicht immer im Sinne einer knackig gut durchgezogenen Geschichte  sein kann. Schon die Tatsache, dass Teil 2 in weitere 2 Teile geteilt werden muss, ist ein Indiz für leere Meter.. ähm Worte. Aber erstmal die Formalkriterien betrachten. Bei der Teilung fällt sofort auf, dass der erste Part von „Die Furcht des Weisen“ einen Umfang von 860 Seiten aufweist und der direkte Nachkomme mit nicht mal 530 bedruckten Blättern schon deutlich weniger dick im Regal steht. Verstärkt wird der Eindruck, dass hier der p.t. Leser Käufer zweimal zur Kassa gebeten wird, dadurch, dass beide die selbe Zahl mit Euro Zeichen aufweisen. Immerhin wird in Foren und Amazon Kommentaren darauf hingewiesen, dass a) die Teilung des roten Meeres schriftstellerischen Schöpfwerks im Einklang mit dem Autor selbst statt fand und b) der Verlag ja doch immerhin die beiden Bände zeitnahe veröffentlichte (ein Jahr zappeln lassen, kann sich heute scheinbar nur noch ein gewisser Herr Jackson leisten, der irgendwie auch mit fantastischer Literatur zu kämpfen hat). Klingt vielleicht nach ein wenig Trost, heischt ein wenig nach Verständnis aber dennoch bliebt der schale Nachgeschmack.

# Teil Eins von Zwei

Inhaltlich geht es einfach dort weiter, wo zuvor aufgehört wurde. Selbes Setting, selbe Personen, selbe Geschmacksrichtung in der Suppe. Was nach den über 800 vollbeschriebenen Wortspeichern im Gedächtnis bleibt, ist eine Handlung auf gewohnt hohem Niveau, das jedoch durch die gar so lange Länge gestreckt wird. Sollte ich Sternchen vom Amazon Himmel regnen lassen, so bleiben nach dem gutem Einstand von – sagen wir mal – 4,5 für den Nachfolger gerade 4 übrig. Abzug gibt es für die Teilung, die zu langen Ausschweifungen und das generell ansprechende und immer noch sehr gute Erzählepos, das Hr. Rothfuss zwischen die beiden Buchdeckeln raushaut. Manche der Wendungen sind vorhersehbar, andere wissen doch manchmal zu überraschen. Durch die detailreichere Schilderung von so manch Abenteuer unseres angehenden Zaubermeisters kann der Autor durch bessere Charakterzeichnung punkten, verliert aber im Gegenzug das augenzwinkernde Lächeln, das eine Schilderung mit weniger Worten über längere Zeiträume hinweg mit sich bringt. Ich erinnere hier gerne an meinen Favoriten in diesem Bereich: „Belgarath, der Zauberer“ von David und Leigh Eddings. Ähnlich wird dort das Heranwachsen eines Magiebegabten erzählt, der quasi als Jünger eines Gottes unsterblich durch die Lande zieht und so manch Folge seines Tuns nach Jahrhunderten als Konsequenz vor Augen geführt bekommt. Klar, Kvothe ist kein Götterjüngling und schon gar kein jahrhundertalter Gandalf, aber gerade im „Wind“-Teil hatte ich das Gefühl, hier Ähnlichem zu begegnen. Das ist jedoch verschwunden und ich ziehe daher den halben Stern ab, da ich es nicht mehr schaffe, das schelmische Funkeln aus den Augenwinkeln zu entdecken.

# Teil Zwei nach Eins

Der Abschluss erfüllt genau diese Aufgabe. Es ist der Abschluss des zweiten Tages und diese Endstimmung prägt das Buch von vorne bis hinten. In diesem Fall will ich nicht sagen, dass die Luft draussen ist, aber was mich am meisten beschäftigt, ist nicht die seitenlange Ausdünnung von nicht relevanten sondern ein paar logische Fehler, die Herr Rothfuss hier einbaut. Da stellt er uns ein Volk vor, unverstanden vom Rest der Welt, Krieger und Kriegerinnen, die keine Miene verziehen und mit Gesten und Händen sprechen. Toll! Endlich was völlig neues in dieser Welt und dieses kriegerische Volk hat eine ewig lange Tradition: Schwerter, die jahrtausende überstanden haben, eine philosophische Art, die an einen fernöstlichen Weg der Meditation erinnern. Ein Volk, von dem Rest der Welt, den wir kennenlernen durften, missverstanden und als Barbaren abgetan, als Krieger geschätzt und ansonsten verachtet. Nun darf also unser Held diese Menschen kennen lernen, ihre Kultur und ihre Andersartigkeit. Er kann sich verständigen aber nicht er kennt nicht die Feinheiten der Sprache, er kann die Übungen des waffenlosen Kampfes vorführen, verliert aber das Duell mit einem 8 jährigen Mädchen. So weit, so gut. Patrick Rothfuss bringt uns also ein Volk näher und macht es durch das Verständnis der fremden Sitten und deren Erklärungen sympathisch und naheliegend. In einigen Punkten bleibt die Distanz zum Rest der Welt erhalten: Musik ist zB unheimlich verpönt und wird als Prostitution angesehen. Das passt in das Bild, in den Rahmen und ist eine klare Erweiterung des Weltbildes in Reiche Rothfuss. Doch dann das: als Krieger sind sie berühmt und dadurch kennen sie auch alle Arten von Verwundungen. Sie haben Apotheken und Heiler, sie kennen also den menschlichen Körper. Und da sollen sie nicht den den Zusammenhang zwischen Sex und Babys auf die Reihe bekommen haben? Das ist extrem unglaubwürdig und tatsächlich hat es mich mehr beschäftigt, wie sich so ein Fehler einschleichen konnte, als wie die Geschichte weitergeht. Ein Volk, das seine Existenz dem Kriegerdasein verdankt, das kennt den Körper als verwundbare Stelle und erforscht ihn permanent. Damit müssten die medizinischen Kenntnisse weit über jeglichen anderen liegen, aber das tuen sie nicht. Mir hat es die Atmosphäre und die Glaubwürdigkeit dieser Welt genommen. Schade! Klar warte ich auf den dritten Tag, aber dieser Fauxpas hat die Vorfreude darauf erheblich gedämpft. Weiterer Punktverlust für „Die Furcht des Weisen, Teil 2“.