Der laute Sonntag

„Zwei Karten für das FIA WTCC Wochenende in Brünn liegen bei der Sekretärin, wer sich als erster meldet, kann sie haben. Kostet übrigens nichts.“ So in etwa lautete das Mail von W.B., einem Arbeitskollegen, der freundlicherweise die Eintrittskarten zur Verfügung stellt, weil er nicht kann.

Kurzes Telefonat mit Nachbarn S.P. und dann steht fest: klar, wir schauen uns das doch an. Das Kuvert abgeholt und am Sonntag Morgen gen Norden aufgebrochen. Die Fahrt nach Brno ohne Probleme, kaum Verkehr und Sonnenschein. Die Laune ist gut, ein fröhliches Liedchen aus dem Radio und dahin gehts. Schon ist die Grenze erreicht und rüber ins Nachbarland. Wir wissen von den Beschreibungen, dass wir der Straße bis Brünn folgen und kurz vor dem Stadtrand abbiegen müssen. Laut diversen Texten im Internet soll das ja gut beschildert sein.

Glaubt man. Nun, wir fahren und fahren. Da vorne ist bereits Brno, kein Schild, das auf „Autodrom“ hinweist. S. macht den Vorschlag: Die nächste fahren wir ab, dann schalten wir das Navi ein. Also die Abfahrt hinunter und siehe da: riesiges Schild „Autodrom“. Na bitte, geht doch.

Noch ist vormittags und wir bekommen tatsächlich einen Parkplatz gleich neben dem Eingang. Klar war schon: zu den Eintrittskarten kaufen wir noch Tickets für den Paddock, denn wenn schon, denn schon. 2 Karten sind bei der freundlichen Dame bestellt, da hat S. schon von zwei anderen Österreichern einen Paddock Zutritt erstanden. Also Bestellung retour, nur eine Karte.

Ab ins Vergnügen: tatsächlich tummeln sich mehr Menschen, als ich gedacht hätte. Nach ein paar Schritten stehen wir schon bei der Haupttribüne und schlendern durch die Unterführung auf die Innenseite der Rennbahn. Links geht es in den Paddock, also das schauen wir uns gleich mal an. Oben auf der Boxenstrasse bietet sich ein toller Ausblick auf die Start-/Zielgeraden und wir stellen fest: den Start werden wir uns von hier aus ansehen. Doch bis dahin ist noch Platz: wir verlassen den windigen Platz und klappern die Treppen hinunter. Anstelle des vorherigen Ausgangs nehmen wir die gegenüberliegende Tür und stehen in der Boxengasse. Cool. So können wir uns die Rennautos der Tourenwagen Weltmeisterschaft und der AutoGP Klasse von der Nähe aus ansehen. Viele machen Bilder und gehen teilweise in die Boxen hinein, in denen eifrig geschraubt und poliert wird. Leider kommen dann schon die Sicherheitsmänner und veranlassen, dass alle den Bereich der Boxen wieder verlassen.

Wir nehmen gleich die Tür, durch die wir kamen und gehen die Boxenstrasse an der Rückseite entlang. Auch da noch ein buntes Treiben und dann sehen wir die Gridgirls die Treppen herunter stolzieren und Aufstellung nehmen. Kann also nicht mehr allzulange dauern, bis es losgeht. Darum wieder die Treppen hoch und einen guten Aussichtspunkt suchen. Ganz vorne im Eck, wo wir auch die erst Kurve sehen würden, ist leider schon alles belegt. Aber gleich daneben stellen wir uns ans Gitter und sehen auf die Startlinie hinunter.

Bevor die WTCC  Cars die Rennstrecke unsicher machen, saust ein Maserati vorabei: das Safety Car. Schon folgen die ersten Rennwägen. In der Boxengasse noch recht manierlich, steigert sich der Lärmpegel nach der Beschränkungslinie enorm. Wow, ganz schön heftig, was da aus den 1,6l Maschinen der Chevrolets, Seats und dem einen Volvo zu hören ist.

In der Startaufstellung sammeln sich Massen an Menschen an der Rennstrecke. Wir sind leider zu weit weg, um erkennen zu können, was da vorne los ist. Der Countdown zum Start allerdings läuft bereits und noch 15 min. bis die Ampel grün wird.

Dann ist es soweit. Der Maserati führt das Feld in die Aufwärmrunde und die Motoren donnern bei uns vorbei. Erste Kurve, runterschalten, hochschalten und hinter uns einen leichten Hügel bergan. Dann sind die Autos komplett außer Sichtweite und wir hören nur das Grollen des Benzinverbrauchs. Als sie wieder auf die Startgerade einbiegen, ist das Safety Car bereits von der Strecke und mit einem fliegenden Start geht das Rennen los.

Von Beginn an ist der Engländer Huff in Führung und er wird am Ende auch das Rennen gewinnen. Die Kisten donnern an uns das eine oder andere Mal vorbei, die Zeiten zwischen den Runden hören wir vor allem den ungarischen Fanblock auf der Gegentribüne, die immer wieder jubeln und Stimmung machen, wenn ihr Favorit genannt wird oder an der Boxengasse was zu sehen ist.

Wir beschliessen, das Dach zu verlassen und eine Kleinigkeit zu futtern. 2 Hamburger um 5€, passt ja. An der großen Übersichtskarte sehen wir die Weitläufigkeit der Anlage und machen uns auf, das andere Ende mit den Schikanen anzusehen: die Starnobrno Tribüne.

Dort erwartet uns eine familiäre Volksfest Stimmung, die Tribüne ist ein grasbewachsener Abhang, belagert von Campingstühlen und Isoliermatten. Zentral an einem Kran hängt ein riesiger Monitor, der das Geschehen hier am anderen Ende des Rings den Zuschauern zeigt. Soweit ich sehen kann, sind Bier und der Monster Energydrink die Renner an den kleinen Ständen, die ausreichend geöffnet haben, so dass die Wartezeiten minimal sind.

Für das AutoGP Rennen suchen wir uns einen Platz auf dem Gras und hören schon die kleinen Kisten mit den lauten Motoren von der Startgeraden losfahren. Schon kommen sie den Hügel herab in die Kurven gebraust, der Lärm erinnert an das Heulen von F1 Wagen, aber wirklich laut ist das Zündungsknattern, wenn die Fahrer vom Gas gehen. Zu Hause werde ich erfahren, dass die Jungs mit über 500PS hier unterwegs sind und es ist deutlich erkennbar, dass dies eine Nachwuchsklasse der F1 ist.  So rasen sie hier das eine andere Mal ums Eck bis wir uns entscheiden, noch eine Klobasse zu naschen und dann wieder Richtung Haupttribüne zu spazieren.

Klar passiert das, was bei Live Events immer passiert: Aufstehen, umdrehen und somit verpassen, dass sich ein Auto gleich vor uns ins Kiesbett dreht und ausscheidet. Nachdem wir leider keine Überholmanöver beobachten konnten, haben wir auch diesen einzig spektakulären Moment auch nicht gesehen. Schade.

Würstel: heiss und fettig, danach der Spaziergang nach vorne. Bei der Haupttribühne sehen wir noch eine Chevrolet Ausstellung mit Corvette und Co, ein Zelt mit Computerspielrennen und ein paar vereinzelte Standln. Auf der Rennstrecke bereiten sich die WTCC Fahrer auf das zweite Rennen vor, am Himmel drohen bereits erste dunklere Wolken.

Wir entscheiden uns für eine gemütliche und entspannte Heimreise mit dem Fazit: Schön wars, toller Ausflug, feines Erlebnis.

Datum und die Motorstories

Als begeisterter Leser des Datum Magazins gibt es unter den vielfältigen Rubriken die Motorstories, die ich gerne beaugapfle und mit Genuss verschlinge. Unter den vielen tollen Reportagen finden sich Gustostückerl wie dieses Zitat im Zusammenhang mit der Jochen Rindt Story:

Es gibt Sätze, die muss man stehen lassen, wie sie sind, zumindest deren zweite Hälfte mit ihrer ganzen Wucht und Atemlosigkeit von gezählten 59 Beistrichen:

„Brabham spürt auf einmal den Druck, er spürt, dass er das, was da von hinten auf ihn zukommt, nicht aufhalten kann, er schießt ein letztes Mal, ein allerletztes Mal auf die Gasometer-Haarnadel zu, in der Mitte der Straße, links vorne sind Courage und Peterson, zum Überrunden, aber die halten sich weit aus der Schusslinie, und Brabham kommt daher, mit einem Irrsinnstempo, Mensch, denk ich, ich glaub ich spinn, wieso bremst der nicht?, aber er hat gebremst, nur zu spät, außerdem ist er zu weit rechts, ganz innen, da liegen Dreck und Staub und Gummibrösel, und Brabham rutscht, rutscht an uns vorbei, die Räder blockiert und voll eingeschlagen, immer geradeaus, und da kommt Jochen, schaltet runter wie in der Fahrschul, dritter, zweiter, erster, schaut nach links, wo der Brabham in den Strohballen hängt, ein Streckenposten ist ihm auf die Schnauze gefallen, und der Lotus umrundet die Haarnadel und biegt als erster in die krumme Zielgerade ein, die Tribünen explodieren, Hemden, Jacken, Anoraks, Hüte, Programme, alles fliegt durch die Luft, das Geschrei der Leut übertönt fast den Motorenlärm, und auf der Ziellinie steht der Mann mit der Flagge, er wartet auf Brabham, die Flagge oben, der Mann glotzt dem Lotus mit offenem Mund nach, die Augen quellen ihm heraus, grenzenloses Unverständnis, ein einziges Fragezeichen, jetzt dreht er sich wieder um, jetzt, endlich, kommt der Brabham, mit zerknitterter Schnauze, wieder glotzt der Mann dem Auto nach, wieder fällt die Flagge nicht, und erst als dann Pescarolo kommt, da wird dem Mann klar, dass er nicht geträumt hat, dass Rindt Erster ist und Brabham verloren hat, und der Mann senkt die Flagge und das Rennen ist aus.“

Dieser Satz, eine mächtige Ikone des Sportjournalismus, verdichtet die Atmosphäre des Großen Preises von Monte Carlo 1970 in einer Art und Weise, wie es das damalige Fernsehen einfach nicht konnte und unter den Schreibern auch nur die wenigsten. Dieses Monument eines Satzes stammt von Dieter Stappert, einem großen Motorsport-narrischen gebürtigen Villacher, Chefredakteur der Fachzeitschrift powerslide (heute Motorsport aktuell), BMW-Rennleiter (WM-Titel mit Piquet), Motorrad-Teamchef, Gerhard-Berger-Erfinder und Sonstnochwas, im Vorjahr leider viel zu früh verstorben.

Soweit ein Probeauszug – für alle Auto- Motor- und Sport begeisterten… es warten hier Stories über Ferrari, Lamborgini und Legenden der letzten hundert Jahre im und um den Dunstkreis des Automobils.

VW inside – aber wie sieht das drumherum aus?

Beim Blättern in einem Dorotheum Katalog entdeckte ich wieder einen Umbau auf einer VW Käfer Basis und ich erinnerte mich dann wieder: Davon gibt’s ja mehr als nur dieses spezielle Exemplar:

Da ist zunächst mal der VW Puma: ursprünglich auf Basis vom Karman Ghia (wie kann man eigentlich dieses wunderbare Design verbessern/umbauen wollen) wurden dann in der nächsten Phase auch die Technik und der Unterbau des Käfers für den Aufbau herangezogen.
Und so sieht das Ergebnis dann aus:
Vw_puma_coupe

Apal und Autobau Schaub erstellten auf Basis eines VW Modells einen Bausatz, der eine Replica des Porsche 356 war. Und es blieb nicht nur bei den Porsche Nachbauten, so entwickelte Apal eigenständige Karosserien und bei Schaub sind diverse andere Modelle erhältlich (zB. Mercedes Roadsters)
Fesch, der Apal, oder?
1963_Apal_Coupe

Und zu guter Letzt noch das Modell, das der Auslöser für diesen Artikel war: Der Flitzer von Colani

Colani GT

Ewiger Männertraum?

Letztes Wochenende beim Mittagessen in der wiener Innenstadt sassen wir gegenüber eines alten Porsche SC und genossen die letzen Minuten in Erwartung des nächsten Regengusses.
Dabei beobachtete ich einen älteren Mann, etwas schluddrig und zerzaust mit einem Einkaufssackerl eines Supermarktes, der sich diesem Auto näherte und es in Anschein nahm.
Porsche Wien 1
Porsche Wien 2

Warum ist dies nun einen eigenen Beitrag wert? Nun, mir scheint, dass alte Autos, speziell in unseren Breitengraden die der Firma Porsche, Männer jeglichen Alters und gesellschaftlicher Ordnung anziehen. Sind es unerfüllte Bubenträume? Oder ist es die latent vorhandene Begeisterung für mechanische Basteleien, die sich in dem klassischen Design von Oldtimern bevorzugt und öffentlich aufmerksamkeitsherrschend manifestiert?
Oder ist es einfach tief in den männlichen Genen, dass Sportwägen begeistern, vor allem, wenn sie aussergewöhnlich wie bei älteren Modellen zur Schau gestellt werden?

Tatsächlich habe ich ein ähnliches Bild vor ca. einem halben Jahr in Hamburg geschossen (man vergleiche):
Porsche Hamburg

Weitere Gedanken zu diesem Thema sind immer willkommen…

Hamburg – Porschestadt?

Nach dem Durchsehen von den Photos, die ich aus Hamburg diesen September mitgebracht habe, stellte ich fest, dass es in dieser schönen Stadt ausser tollen Häusern, tollen Menschen und tollen Passagen auch wunderbare deutsche Sportwägen gibt.

Weisser Porsche
Weisser Porsche

Vor allem Porsche älteren Baujahres dürften derzeit ein beliebtes Fortbewegungsmittel in der Hansestadt sein – zumindest für diejenigen, die es sich leisten können. Und gerade davon gibts scheinbar in Hamburg genug 🙂

Dieses weisse Exemplar erwischte ich irgendwo in der inneren Stadt – leider kann ich nicht mehr genau sagen wo. Ein Handy mit Kamera ist in den heutigen Zeiten ja schon fast Standard und so erwischt man schnell mal einen Schnappschuss spontan auf der Strasse. Wohl dem, der ein i-Phone hat – diese Bilder sind echt gelungen.

Grüner Porsche
Grüner Porsche

Dieses grüne ältere Modell stand vor einer Einkaufspassage in der Innenstadt und wurde gerade von dem etwas verwahrlost wirkenden Mann mit der Bierdose in der Hand begutachtet. Apropos Einkaufspassagen: Ich vermute mal, dass man in Hamburg einen ganzen Regentag lang einkaufen gehen kann, ohne nass zu werden – überall und an jeder Ecke im Zentrum finden sich diese Passagen, die als Konsumtempel angelegt und mit verschiedensten Shop gefüllt sind. Gibt es da ein System dahinter? Oder sind diese einfach so „historisch“ gewachsen? Allzu alt dürften die meisten ja nicht sein – mag man den Daten Glauben schenken, die bei manchen so als Eröffnung angegeben werden.

Blauer Porsche
Blauer Porsche

Den blauen hier traf ich in der Speicherstadt. Also dem Ort, der derzeit noch die Riesenbaustelle „HafenCity“ verdeckt. Die Speicherstadt hat mich von der Grösse her unheimlich überrascht. Nix war das mit schnellem durchgehen – ein langer Spaziergang wurde daraus.

Einzig die vielen Teppichhändler und Gewürzläden haben mich verwundert. Gab es eine zeitlang keine anderen Verwendungszwecke für diesen wunderbaren historischen Ort?

Aber egal – ich hoffe nur, dass die HafenCity sich soweit in das wunderbare Ambiente einfügt, wie es auch bei den anderen neuen Gebäuden in Hamburg bisher gelungen ist. Ansonsten verspreche ich der Hansestadt: Ich komme wieder!

Filmautos…

Simon Templar - das Auto in rot
Simon Templar - das Auto in rot

Nachdem ich wieder mal ein paar Folgen aus der ersten Staffel von „Columbo“ und „The Saint“ (bzw. auf Deutsch: Simon Templar) angesehen habe und all diese wunderbaren alten Autos mit ihren unverwechselbaren Karossen gesehen habe, dachte ich an eine Blog-Serie, in der immer ein Bild eines vorkommenden Autos und der entsprechenden Serie (mit Titel) dar-/vorgestellt werden.

Aber nun entdeckte ich eine Datenbank gefunden, die das schon abgebildet hat: imcdb – die Internet Movie Car Database. In ihr kann man nach Autos wie auch nach Movies bzw. Filmen (auch TV Serien) suchen und bekommt dann eine Liste mit den erfassten Automobilen zu diversen cineastischen Werken.

Einziger Kritikpunkt: Die Modelle sind meist unter mehreren Namen bzw. teilweise nicht korrekt eingeordnet. So finden sich zur Citröen DS mehrere unterschiedliche Modelle und Einträge, die sich aus verschiedenen „Benennungen“ ergeben: So stolperte ich über „DS Pallas“ und „DS Palas“ – ganz eindeutig ein Tippfehler und somit ein falscher Eintrag.

Trotz dieser kleinen Ungereimtheiten ist es schön, die metallenen Haupt- und Nebendarsteller über mehrere Epochen anzusehen und in der Datenbank zu stöbern.

Alternativ gibts auch noch eine igcd – die Internet Games Car Database mit den Autos in Computerspielen…